Liebe Parteien, was tut ihr eigentlich fürs Wohnen?
Die Linke
Als Partei mit Fokus auf soziale Ungerechtigkeit formuliert Die Linke im Feld des Wohnungsmarktes klare Forderungen. Dazu gehören bundesweite Mietendeckel, der Bau von jährlich 250.000 neuen Wohnungen sowie die Übertragung von privatem Wohnraum in die öffentliche Hand. Innovative, inklusive Wohnformen sollen gestärkt werden, sodass verschiedene Altersklassen, Nationalitäten und Statusgruppen miteinander leben und sich gegenseitig unterstützen können. Im Gegensatz zu liberalen Parteien wie der FDP sieht Die Linke die Lösung für den angespannten Wohnungsmarkt nicht in zusätzlichen Bauvorhaben: Stattdessen möchte sie den Leerstand in ländlichen Orten nutzen und die Neubauten im Luxussegment reduzieren. Dies gilt auch für öffentlich geförderte Wohnungen.
Profitorientierten Wohnungsbauunternehmen möchte die Linke den Zugang zur Börse untersagen, Immobilienlobbyist*innen sollen ihren Einfluss auf die Branche reduzieren, Spekulationen mit Grund und Boden der Vergangenheit angehören. In angespannten Regionen soll ein sogenannter Mietenstopp die aktuellen Mieten einfrieren. Zudem sollen 15 Milliarden Euro Fördergelder pro Jahr in den Wohnungsbau fließen. Genossenschaften sollen gestärkt, ehemalige Kasernen zu Sozialwohnungen umgebaut und alternative Wohnformen wie Mietshäusersyndikate gefördert werden. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen will Die Linke weitestgehend verbieten. Als eine der einzigen Parteien macht sie auch auf die besondere Situation von marginalisierten Gruppen wie alleinerziehenden Müttern aufmerksam. Auf welche Art und Weise diesen zu Wohnraum verholfen werden soll, konkretisiert die Partei allerdings nicht.
Neue Sozialwohnungen sollen der Partei Die Linke zufolge in allen Stadtvierteln geschaffen werden, sodass sich keine „Parallelgesellschaften“ herauskristallisieren. Zudem wollen sie Mieter*innen das Recht auf Streik gewähren, den Kündigungsschutz ausweiten sowie eine zentrale Beschwerdestelle für Mietwucher und andere Missbräuche einrichten. Dringend notwendige energetische Sanierungen sollen auch Menschen mit kleinem Geldbeutel ermöglicht werden – beispielsweise durch eine Erhöhung des Wohngelds.