Die Golden Globes 2022: Großer Sieg für LGBTQIA+-Community

Zwei Frauen küssen sich.

Unspektakulär und unglamourös – so liefen die Golden Globes 2022 ab. Still und heimlich sind die Gewinner*innen am Sonntagabend in den sozialen Medien bekannt gegeben worden. Schuld daran ist vor allem die große Kritik an dem Golden Globe Verband HFPA (Hollywood Foreign Press Association) im vergangenen Jahr. Trotzdem gibt es einige große Gewinner*innen bei der 79. Golden-Globe-Vergabe, darunter die Schauspielerin Michaela Jaé Rodriguez, die damit als erste Transfrau einen Award erhielt.

Keine Fernsehübertragung, kein roter Teppich, keine Nominierten, keine Moderation, kein Livestream und auch keine Presse. In einem deutlich reduzierten Rahmen fand die diesjährige Golden-Globe-Vergabe statt. Obwohl die Auszeichnung als einer der angesehensten Filmpreise der Welt gilt, entschied sich der Verband der Auslandspresse in Hollywood (HEPA) für eine unscheinbare Veranstaltung. Grund dafür könnte die tiefe Krise sein, mit der der HEPA 2021 zu kämpfen hatte. Nachdem die „Los Angeles Times“ enthüllte, dass unter den 87 Mitgliedern kein*e einzige*r schwarze Journalist*in war, boykottierten PR-Firmen, Studios, Schauspieler*innen und sogar der langjährige Medienpartner NBC (= National Broadcasting Company), der die Golden Globes seit 1996 jährlich übertragen hatte, die Verleihung. Einen ausführlichen Artikel zu den Vorwürfen findest du hier.

Für die LGBTQIA+-Community ist die 79. Golden-Globe-Vergabe jedoch ein Grund zur Freude, denn die 31-jährige Schauspielerin Michaela Jaé Rodriguez wurde als erste Transfrau mit dem Award als beste Darstellerin in der queeren Erfolgsserie „Pose“ ausgezeichnet. Ihren Sieg verkündet sie auf Instagram mit den Worten:

„An meine jungen LGBTQAI-Babys: WIR SIND HIER, die Tür ist jetzt offen, greift nach den Sternen“

Michaela Jaé Rodriguez
Quelle: Instagram

Aber nicht nur das: Die erfolgreichsten Spielfilme waren „The Power of the Dog“ und „West Side Story“, die ebenfalls queere Themen beinhalten. „The Power of the Dog“ erhielt den Preis als bestes Drama, außerdem wurde Jane Campion für die beste Regie und Kodi Smit-McPhee als bester Nebendarsteller in einem Drama ausgezeichnet. „West Side Story“ wurde als bestes Musical ausgezeichnet, Rachel Zegner als beste Schauspielerin und die queere Broadway-Veteranin Ariana DeBose als beste Nebendarstellerin.

Es bleibt zu hoffen, dass Michaela Jaé Rodriguez recht hat und die Auszeichnungen, die Tür für viele weitere LGBTQIA+-Produktionen geöffnet und Menschen dazu inspiriert haben, denselben Weg zu gehen, um nach den Sternen zu greifen.

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Bildquelle: Foto von Ivan Samkov von Pexels; CC0-Lizenz

Wenn mich nicht gerade meine unstillbare Lust nach fantasiereichen Büchern und Filmen umtreibt, habe ich eine Schwäche für tiefgründige Kneipengespräche, kalten Kaffee, einsame Wälder und – natürlich – das Schreiben von alltäglichen, spannenden und neuen Geschichten.