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Durchgesuchtet: Das kleine Fernsehballett – Der Fernseh-Podcast auf Deezer

Sarah, wir müssen reden!

Das kleine Fernsehballett mit Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier, inklusive des vermutlich kreativsten Podcastiteljingle aus unzähligen Film- und Serienzitaten und schon geht eine Stunde (oder auch mehr, wenn sich die Moderatoren verquatschen) bester Unterhaltung los. Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier reden in ihrem Podcast „Das kleine Fernsehballett“ über das, was wir alle lieben: Fernsehen, Serien und Filme.

Mit zwei Freunden daheim auf der Couch

Die beiden, Sarah Kuttner ist Moderatorin und Autorin und Stefan Niggemeier ist Medienjournalist, sind schon seit Jahren befreundet und teilen eine gemeinsame Leidenschaft: GLOTZEN. Und das tun sie für diesen Podcast ausführlich. Denn bei Kuttner und Niggemeier kommt alles auf den Tisch: Vom schlimmsten Trash-TV bis zu wirklich anspruchsvollen Bildungsinhalten. Die beiden schauen sich alles an und holen sich oft noch einen weiteren begeisterten Serienjunkie mit ins Boot. Jede Woche geben sie sich gegenseitig Hausaufgaben auf, die bis zur nächsten Sitzung durchgeschaut sein müssen. Stefan Niggemeier beginnt mit „Sarah, wir müssen reden“ und schon wird losgelegt. Das machen die beiden mit so einer Authentizität, dass der Zuhörer das Gefühl hat, mit den beiden im Wohnzimmer daheim zu sitzen und mit guten Freunden zu reden. Eigentlich sitzen sie aber in einem Mini-Tonstudio und schwitzen sich dort jedes Mal einen ab, bis Sarah Kuttner vollkommen entkleidet mit „unter-Brust-Schweiß“ neben Stefan Niggemeier sitzt. Dafür gab es vom Medium Magazin für Kuttner 2017 auch den dritten Preis „Journalistin des Jahres 2017“ für den Podcast in der Kategorie „Unterhaltung“.

Liebe zum Trash

Das Schöne: den Beiden ist vollkommen egal, was sie schauen. Sie lieben Trash und stehen dazu. Aber nicht nur Schund der Fernsehunterhaltung, sondern auch anspruchsvolle Serien, Wissensdokus oder tiefgründige Themen finden ihren Platz im Podcast. Dazu laden sie sich regelmäßig Gäste ein, wie zum Beispiel Journalistin Anja Rützel, die sich für den Spiegel jeglichen Trash professionell reinzieht, und liefern sich ein Trashbattle. Ein bisschen interaktiv ist der Podcast auch. Hörer können E-Mails schreiben und einen Anrufbeantworter besprechen, der dann in den Folgen vorgespielt wird.

Dazu lernen Zuhörer noch über so viele andere Themen – eben wie bei Freunden daheim auf der Couch. Sie sprechen über ihren Urlaub, über Polarlichter, ihre Lieblingsbestellung beim Chinesen um die Ecke oder über Genres der Serienlandschaft, die selbst Vielseher nicht kennen (Stichwort Mumblecore). Die besprochenen Serien werden gekonnt und mit Hintergrundwissen evaluiert, umstrittene Themen oder Szenen direkt angesprochen und vor allem abweichende Meinungen nicht ausgeblendet. Denn es kommt durchaus öfter vor, dass sich Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier nicht einer Meinung sind. Sie regen an, Darstellungen in gewissen Serien zu überdenken und selbst zu hinterfragen, wieso wir uns eine gewisse Serie anschauen oder eben eigentlich nicht anschauen sollten. Beispielsweise kann es Sarah Kuttner gar nicht fassen, dass „Tote Mädchen lügen nicht“ davon handelt, dass die Protagonistin anderen Menschen die Schuld an ihrem Suizid gibt. Sie hält eine flammende und hochgradig humanistische Rede: „Niemals, ist jemand anderes an dem Selbstmord von jemandem Schuld. Niemals. Ich finde das so problematisch“. Oder aber sie ordnen Serien in ihren Kontext ein. Kuttner über „How I met your mother“: „Ich bin total abgeturned. Das ist so hart sexistischer Kram. Dieser Barney Stinson wurde damals so abgefeiert. Dabei geht es da um Sachen […], da würdest du heute in den Knast für gehen […]. Also uninspirierte, hochgradig sexistische Kackscheiße.“

Tipps und Anregungen

Kuttner und Niggemeier nehmen dem Zuhörer nicht nur die Aufgabe ab, Serien zu gucken, die wir alle eigentlich gerne sehen würden, aber keine Zeit oder Lust dazu haben. Sie bringen uns up to date bei den aktuellsten Serien, sodass wir in der Mittagspause zumindest ein bisschen mitreden können ohne sie selbst gesehen zu haben. Dank den Beiden kann ich zumindest bei vielen Serien die Handlung erklären oder zumindest so tun. Aber vor allem empfehlen sie ihren Zuhörern viele Serien und Filme, auf die sie sonst nie gestoßen wären. Wie zum Beispiel „Please Like Me“, eine australische Coming-Of-Age-Serie, die wirklich zuckersüß und ganz zerbrechlich ist.

Wer dachte, er oder sie würden viel fernsehen, muss sich diesen Podcast antun, denn der Fernseh- oder Netflixkonsum kann, oh wunder, noch gesteigert werden!

Hier geht’s zu Folge 5 auf Deezer.

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Bildquelle: Deezer Promo.

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