„Wollen wir lieber ohne…?“ – Warum wir keine Kondome benutzen

Eine Geschlechtskrankheit ist sicher der größere Stimmungskiller. Dann lieber Kondome. Bild: Pexels

Verhütung ist definitiv ein Thema in unserer Gesellschaft. Vielen jungen Frauen wird ans Herz gelegt, die Pille zu nehmen – sicher sei schließlich sicher –, aber damit hat sich die Sache dann auch erledigt. Dass neben einer Schwangerschaft auch noch die Gefahr einer Geschlechtskrankheit existiert, ignorieren Eltern, Frauenärzt*innen und Lehrer*innen gekonnt.

Ja, Aufklärungsgespräche mit den Eltern sind peinlich. Das kann wahrscheinlich jede*r bestätigen, der ein solches Gespräch erlebt hat. Aber sie sind nicht nur peinlich, sondern werden – was viel wichtiger ist – meist offenbar völlig unzulänglich geführt. Das Einzige, was die meisten Mädchen von ihren Müttern zu hören bekommen (Väter sprechen mit ihren Töchtern ja meist gar nicht erst über dieses Thema, aber das ist wohl eine andere Geschichte), ist, dass sie sich von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin die Pille verschreiben lassen sollen, wenn sie ihren ersten Freund haben.

Sowieso wird man als Frau in dieser Hinsicht meist ohnehin nur mit dem Gedanken sozialisiert, dass man auf keinen Fall schwanger werden darf – und als Mann wahrscheinlich mit dem Gedanken, dass man auf keinen Fall jemanden schwängern darf.

In den meisten Fällen läuft es dann wohl tatsächlich so ab, dass sich ein Mädchen mit 16 die Pille holt, um nicht schwanger zu werden. Dementsprechend tut ihr Freund was? Richtig, gar nichts, denn sie nimmt ja schon die Pille und kann nicht schwanger werden. Alles bestens, oder?

Nicht wirklich. Denn abgesehen davon, dass es sowohl von Eltern als auch von Frauenärzt*innen mehr als zu kurz gedacht ist, die Pille als einzige Verhütungsoption darzustellen, ist es eine Schande, dass sexuell übertragbare Krankheiten scheinbar überhaupt keine Rolle in derartigen Gesprächen spielen.

Auch in der Schule wird bestenfalls eine Unterrichtsstunde lang über Geschlechtskrankheiten gesprochen, häufig wird das Thema aber auch völlig außen vor gelassen.  

Jede*r bekommt zwar im Laufe seiner Jugend am Rande mit, dass irgendwo in dunklen, versteckten Winkeln dieser Erde Geschlechtskrankheiten kursieren, aber dass es sich bei ihnen um eine reale Gefahr handelt, die jede*n treffen kann, wenn man nicht vorsichtig ist, realisiert man nicht wirklich. Selbst Menschen, die eigentlich bestens aufgeklärt sind, schlafen gelegentlich ohne Kondom mit ihren häufig wechselnden Sex-Partner*innen. Das Risiko, sich anzustecken, scheint so verschwindend gering zu sein, dass es nicht wirklich für voll genommen wird.   

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!