Laufende Studie seit 1938: Was macht ein glückliches und gesundes Leben aus?

Alter Mann und alte Frau lachen
  • Beziehungen sind gut für uns, Einsamkeit ist Gift

„Menschen, die eher mit Freunden und Familie oder einer Gruppe verbunden sind, sind glücklicher, physisch gesünder und leben länger als Menschen, die weniger gut damit verbunden sind. Die Erfahrung von Einsamkeit ist toxisch. Menschen, die mehr von anderen isoliert sind als sie selbst wollen, sind weniger glücklich, werden früher krank und die Hirnfähigkeiten lassen früher nach. Sie haben kürzere Leben.“

  • Qualität statt Quantität

„Es geht nicht um die Anzahl der Freunde, die man hat. Es geht nicht darum in einer festen Beziehung zu sein. Es zählt die Qualität dieser Beziehungen. Dauernd mit Konflikten zu leben ist auch schlecht für unsere Gesundheit, zum Beispiel in der Ehe. (…) Die Menschen, die im Alter von fünfzig am glücklichsten in ihren Beziehungen waren, waren die gesündesten Menschen im Alter von achtzig Jahren.“

  • Für Körper und Geist

„Gute Beziehungen verteidigen nicht nur unseren Körper, sondern auch unser Gehirn. Es kam heraus, dass, wenn man sich in einer sicheren Beziehung in den Achtzigern befindet (…), man später ein besseres Erinnerungsvermögen hat. Die Menschen, die sich in Beziehungen befanden, in denen sie nicht das Gefühl hatten, sich auf den anderen verlassen zu können, erlebten früheren geistigen Verfall.“

Warum ist diese Tatsache so einfach zu ignorieren?

Waldinger gesteht, dass die Erkenntnis, dass gute Beziehungen wertvoll sind, eine uralte Weisheit ist. Warum also wird es oft ignoriert? „Wir sind Menschen. Wir wollen eine schnelle Lösung. Etwas, das wir bekommen können und das unsere Leben nachhaltig gut werden lässt. Beziehungen sind kompliziert und harte Arbeit.“ Waldinger weiter: „Es dauert auch ein ganzes Leben an und endet nicht. Die Menschen in unserer Studie, die in ihrer Rente die glücklichsten waren, waren diejenigen, die sich aktiv dafür eingesetzt haben, Arbeitskollegen durch neue Freunde zu ersetzen.“

Und was kann man selbst dafür machen? Einfach kreativ werden. Waldinger empfiehlt weniger Bildschirmzeit, längere Spaziergänge oder Familienmitglieder zu kontaktieren, die man lange nicht mehr gesehen hat. Aber hört selbst:

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Bildquelle: Jaddy Liu auf Unsplash; CC0-Lizenz

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.