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Liebeserklärung an: Sekt, der Held jeder Party

Warum der Hype absolut gerechtfertigt ist.

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

Lieber Sekt,

wir kennen uns eigentlich schon so lange, sind uns so vertraut und gleichzeitig so fremd. Bevor du diesen Sommer wie aus dem Nichts wieder auf Festivals und in den Händen der hippen Mittzwanzigern gelandet bist, warst du lange Zeit nicht gerade en vogue. Du warst das Getränk für Paare mit alternder Leidenschaft, die nochmal ein Prickeln spüren wollten; für Familienfeiern, auf denen man sich deinen reichen Cousin aus der Champagne nicht leisten konnte. Sekt, das war alkoholgewordene Spießigkeit. Und wie hat man dich missbraucht in all den Jahren; hat dich mit billigem Holundersirup zusammengekippt und in glitzernde Flaschen gefüllt, wo du dann bei „Mädelsabenden“ dein trauriges Ende nehmen musstest; gab dir furchtbar hässliche Namen wie Schaumwein oder Schampus. Als „Piccolo“ vollbrachtes du ein tristes Leben im hintersten Eck der Speisekammer, bis du zur Beruhigung der Nerven hervorgeholt wurdest, oder weil man vergessen hatte, ein Geschenk für den Jahrestag zu besorgen.

Endlich kommst du mit auf die Tanzfläche

Jetzt aber bist du endlich da, wo du hingehörst, und zwar direkt vor der Bühne. Mittlerweile gehörst du zu der festen Ausstattung eines jeden Clubs, man trinkt dich pur oder mit Mate und geht mit Glück und Kohlensäure im Bauch zurück auf die Tanzfläche. Du bist so viel mehr als ein Getränk, dein Geschmack auf der Zunge fühlt sich nach Herzklopfen an, nach Verliebt-Sein, nach der Aufregung vor dem ersten Kuss. Du bist wie der gute Freund, der bei jedem Gespräch zuhört und dafür sorgt, dass man am Ende tanzend in der Küche steht oder sich in die Arme fällt. Du schmeckst nach Neuem, nach Abenteuer, nach Jugend. Auf Eis gibst du jedem Sommerabend ein Urlaubsgefühl, aus jeder Party machst du eine Feier auf das Leben. Du bietest mit deiner klassischen Schönheit so viel Raum zur Interpretation wie das Leben Situationen, in denen man dich öffnet, du passt dich an und lässt alles mit dir machen. Man braucht nur eine Flasche von dir; keine Gläser, kein Barzubehör, keine Eiswürfel. Du magst das Getränk der besonderen Momente sein, du selbst bist jedoch herrlich unkompliziert und unprätentiös. Man muss dich nicht jahrelang lagern, damit du besser schmeckst. Nichts schreit so sehr nach Freiheit wie der aus der Flasche getrunkene Schluck Sekt und Freiheit muss nun mal immer geteilt werden. Dich im Kreis herumzureichen ist wie ein Mittelfinger an die Knigge, wer dich nicht aus Gläser trinkt, zeigt: wir feiern, aber unkonventionell. Angeblich soll man den Korken auch nicht knallen lassen, wenn man dich öffnet, aber daran hält sich gewollt oder ungewollt sowieso niemand. Der kurze Knall signalisiert einen kurzen Moment des gesellschaftlichen Ungehorsams, nur jetzt, nur heute vergessen wir einmal die Arbeit und rebellieren. Angespannte soziale Situationen löst du im Nu durch das Überschäumen, wenn man dich vor Nervosität mal wieder zu sehr durchgeschüttelt hat. Mit klebrigen Händen und Kribbeln im Bauch lässt es sich einfach nicht streiten.

Du bist das Getränk, das sagt: „Heute ist etwas Besonderes“

Egal, wie man dich trinkt, eines warst du schon immer – ein Zeichen, dass der heutige Tag etwas Besonderes ist. Der klischeebehaftete Mann mit Sektflasche in der Hand hat mit Sicherheit noch etwas Großes und Romantisches vor, der Emoji mit dem Motiv des Sektglases weißt auf einen spannenden Abend hin. Wenn man auf Errungenschaften anstößt bist du immer dabei, diese Rolle ist dir seit Jahren schon sicher. Du markierst die Außergewöhnlichkeit eines Moments, zeigst alleine durch deine Präsenz an, dass es heute etwas zu feiern gibt. Wer dich mitbringt setzt ein Zeichen gegen die Widrigkeiten des Alltags, ein Zeichen, dass man heute, trotz allem, gemeinsam die schönen Dinge genießt. Und dazu gehörst du, lieber Sekt. Mit deiner unaufdringlichen Leidenschaft standest du die ganze Zeit in der Ecke und wusstest, dass du dich nicht beweisen musst, weil du längst etabliert bist, weil du eine Klasse hast, von der jedes Craft-Beer nur träumen kann. „Meine Zeit wird kommen“, hast du denjenigen zugeflüstert, die deine Vorzüge schon immer kannten, „und deine Zeit ist jetzt“.

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Bildquelle:  rawpixel.com von Pexels

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