Eine Frau und zwei Männer auf einer Party

Aber vielleicht ist diese allgemeine Stimmung nicht der Zeitgeist der Freiheit, sondern der Ich-bin-feige-und-drücke-mich-vor-jeglicher-Verantwortung-Zeitgeist. Vielleicht fürchten wir uns nur vor Verpflichtungen, weil wir Angst vor dem Scheitern haben?

Ich für meinen Teil will jedenfalls nicht nochmal so schnell jemanden so nah an mich heranlassen wie meinen Ex-Freund – aus Angst, dann eventuell wieder jemanden zu verlieren, mit dem ich mir schon mein restliches Leben ausgemalt hatte.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann vermisse ich es gleichzeitig schon ein bisschen, jemanden zu haben, mit dem ich mein ganzes Leben teilen kann. Jemanden, von dem ich weiß, dass es für ihn nur mich gibt und dass er mir seine Welt zu Füßen legen würde.

Irgendwie sehne ich mich danach. Aber irgendwie auch nicht. Irgendwie fühle ich es dann doch wieder nicht.

Und genau das meine ich: Ich habe verlernt, Entscheidungen zu treffen. Oder vielleicht konnte ich es auch nie. Ich weiß nicht, was ich will. Und ehrlich gesagt will ich meistens nicht einmal wissen, was ich eigentlich will.

Ich will nichts entscheiden, sondern einfach leben.

Ich will fühlen und meine Zeit nicht mit Denken verschwenden.

Aber manchmal gibt es Entscheidungen, vor denen wir uns nicht drücken können. Und das ist gut so. Denn manchmal sind Entscheidungen nicht das Gegenteil von „einfach leben“, sondern die Essenz des Lebens. Nämlich dann, wenn wir Chancen verpassen, weil wir uns nicht dazu durchringen können, uns für jemanden oder etwas zu entscheiden.