LiebesLeben: Polyamorie – Wie normal sind Gefühle für mehrere Menschen?

Warum sollte sich Liebe nur auf einen Menschen beschränken? Bild: Unsplash

Katja malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Polyamorie im wörtlichen Sinne bedeutet, mehr als eine Person im romantischen Sinne zu lieben. Häufig schließt das auch ein, dass man mit diesen Menschen schläft und zeitgleich zwei (oder mehr) Beziehungen führt. Mittlerweile ist diese Idee zwar stärker in den Mainstream gerückt, für viele Menschen ist sie wohl allerdings immer noch reine Utopie.

Deswegen soll es in diesem Artikel nicht nur darum, sondern auch um die „abgeschwächte“, sozusagen salonfähige Form von Polyamorie gehen: Nämlich neben dem*der festen Partner*in noch in eine andere Person verknallt zu sein, oder auch zeitgleich in mehrere Menschen verknallt zu sein, ohne einen von ihnen als festen Partner zu haben.

Ich nenne dieses Phänomen salonfähig, weil ich den Eindruck habe, dass es ziemlich häufig vorkommt. Das fängt an bei den Geschichten über Liebe, die wir durch popkulturelle Medien zu hören bzw. zu lesen bekommen. Oft sind Filme, Serien und Bücher zwar so aufgebaut, dass allen von vornherein klar ist, wer am Ende mit wem zusammenkommt – einige Paare sind sozusagen füreinander bestimmt. Die eine große Liebe und so. Aber in den meisten Fällen gibt es Nebencharaktere, die diese einzig wahre Liebe zumindest zeitweise „gefährden“, weil eine*r der Beziehungspartner*innen Gefühle für diese entwickelt.

Nun bin ich nicht mehr 13 und weiß, dass schnulzige 2000er-Serien wie O.C, California oder Gossip Girl ziemlich weit weg von der Wirklichkeit sind, aber in dieser Hinsicht frage ich mich, ob sie nicht vielleicht doch realitätsnäher sind, als man denkt.

In Serien, Filmen und Büchern dienen Nebencharaktere natürlich vor allem dazu, die Dynamik zu verändern und eine neue Spannung in die Geschichte zu bringen. Man könnte meinen, dass dieser Aspekt in der Realität entfällt. Aber ist dem wirklich so? Sehnen wir uns nicht alle nach ein bisschen Aufregung, ein bisschen Nervenkitzel, vielleicht auch ein bisschen Drama?

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!