LiebesLeben: Gibt es die Liebe des Lebens wirklich?

Vier junge Frauen auf einer Picknickdecke

Katja Stenzel malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Gibt es sie wirklich – die große Liebe, die Liebe des Lebens?

Meine Antwort lautet ja. Und ich bin mir sicher, dass ich sie bereits gefunden habe. Aber nicht in irgendeinem Kerl, sondern in meinen besten Freundinnen.

Und ja, ich benutze bewusst die Form Freundinnen ohne Gendersternchen, weil es in meinem Fall tatsächlich nur Frauen sind.

Und ja, ich benutze auch bewusst die Mehrzahl beste Freundinnen, weil der Plural hier absolut angebracht ist. Ich bin schon lange kein Fan mehr davon, sich auf die eine beste Freundin festzulegen und künstlich etwas hervorzuheben, das weder besser noch schlechter ist als andere gute Freundschaften, sondern eben einfach anders. Mit verschiedenen Menschen kann man ganz verschiedene Dinge teilen. Und genauso ist es bei Freund*innen (oder in meinem Fall: Freundinnen). Es sind ganz unterschiedliche Dinge, die ich an ihnen so zu schätzen weiß.

Eine von ihnen würde nicht nur sprichwörtlich, sondern wortwörtlich alles stehen und liegen lassen, um zu mir zu fahren, wenn es mir nicht gut geht – obwohl uns aktuell etwa 200 Kilometer trennen.

Eine von ihnen sehe ich zwar sehr selten, aber ich weiß, dass ich sie in jeder großen oder kleinen Existenzkrise anrufen oder ihr 30-Minuten-Sprachnachrichten schicken kann, in denen ich ihr alles erzähle – und ich weiß, dass sie mich verstehen wird, weil sie so empathisch und offen für jegliche Perspektiven ist wie keine andere Person, die ich kenne.

Eine von ihnen ist absolut überragend, was ihr soziales Gespür und ihre Menschenkenntnis betrifft. Mit ihr kann ich stundenlang dasitzen und das Verhalten anderer Personen analysieren, auswerten und im Anschluss noch einmal genauso lange darüber lachen, weil mein Humor auch ihr Humor ist.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!