LiebesLeben: Verliebt für eine Nacht

Frau und Mann nachts im Auto

Katja malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Als Teil einer Generation, die maßgeblich von John Green und seinen Büchern geprägt wurde, haben sich einige Zitate wohl für immer in meinen Kopf geschlichen – zum Beispiel „Manche Unendlichkeiten sind größer als andere Unendlichkeiten“ aus Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

Sätze, die schön klingen und die man sich aus genau diesem Grund merkt, die man aber erst wirklich versteht, wenn man einen eigenen Bezug zu ihnen hat. Meine Verbindung zu diesen Worten ist die Erfahrung, dass die Länge einer gemeinsamen Zeit nichts mit der Intensität der Gefühle zu tun hat, die man während dieser Zeit durchlebt. Auch eine einzige Nacht ist eine eigene kleine Unendlichkeit – und bloß, weil eine 20-jährige Ehe eine vermeintlich größere Unendlichkeit ist, bedeutet das nicht, dass sie mehr wert ist.

„Wie kannst du eine Ehe mit einem One-Night-Stand vergleichen?!“, werden sich an dieser Stelle vielleicht einige von euch fragen. Ich glaube: Im Prinzip ist der Unterschied zwischen den Szenarien Hochzeit und One-Night-Stand gar nicht so groß, wie wir uns selbst glauben machen wollen – jedenfalls nicht, wenn schon in der ersten und letzten Nacht ein Gefühl von Aufregung, Euphorie und Verliebtheit mitschwingt.

Eine Langzeitbeziehung ist – wie das Wort schon vermuten lässt – natürlich länger. „Für immer“, nimmt man sich vor. Mein erster Freund und ich haben seit Tag 1 gesagt, dass wir „für immer“ zusammen sein wollen – und sind dementsprechend enttäuscht, wütend und traurig gewesen, als mit der Zeit immer klarer wurde, dass wir dieses gegenseitige Versprechen wohl nicht einhalten können.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!