Mental Health Report: Wie geht’s dir eigentlich wirklich?

Vielen geht es mental schlecht und viel zu oft machen Betroffene das mit sich selbst aus. Das muss aufhören. Bild: Pexles

Hand auf’s Herz: Wie häufig beantwortet ihr die Frage: „Wie geht es dir“ ehrlich? Bestimmt nicht immer, oder? Warum lügen wir so oft, wenn es um unsere Gefühlslage geht?

Klar, auf der einen Seite wollen wir andere mit unseren Problemen nicht belasten. Auf der anderen Seite sind psychische Krankheiten immer noch ein Tabu. Und das, obwohl so viele von uns sie haben.

Wenn ich mir ein Bein breche, dann kann das jede*r sehen. Geht es mir mental schlecht, dann heißt es schnell: „Stell dich nicht so an!“ oder „Mensch, du musst dir doch nur mal einen Ruck geben.“ Glaubenssätze, die wir irgendwann verinnerlichen, sodass wir uns früher oder später selbst vorkommen, als würden wir maßlos übertreiben. Das muss aufhören!

Der ZAVA Mental-Health Report sieht das ganz ähnlich und hat sich tiefgreifend mit der mentalen Gesundheit der Deutschen auseinandergesetzt. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

Ein Bewusstsein schaffen

Zunächst ist vielen Bürger*innen in Deutschland überhaupt nicht bewusst, wie wichtig die mentale Gesundheit ist. Laut der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) nehmen gerade einmal 19% der Menschen, die von psychischen Krankheiten betroffen sind, Hilfe von Leistungsträgern in Anspruch. Und das, obwohl Krankschreibungen aufgrund von psychischen Krankheiten auf dem Vormarsch sind. Die Diagnosen sind vielfältig und reichen von Depressionen über Burnout bis hin zu Angststörungen. Besonders auffällig ist hierbei, dass die Fehlzeiten mit steigendem Alter zunehmen. Gerade bei Frauen. Woran liegt das?

Zum einen wird angenommen, dass Frauen weiterhin eher eine Mehrfachbelastung aufweisen als Männer. Frauenquote hin und Arbeitsteilung her. Fakt ist: Frauen sind diejenigen, die den Haushalt schmeißen, die Kinder versorgen und arbeiten gehen. Darüber hinaus übernehmen sie eher die Pflege von Angehörigen im Alter. Zum anderen ist es für Männer aufgrund des vorherrschenden Rollenbildes häufig schwieriger, ihre Gefühle offen mitzuteilen. Eine psychische Erkrankung wird somit öfter verschwiegen und viel zu spät diagnostiziert.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.