Pinky Gloves: Wenn Männer Produkte für Frauen entwerfen

Pinker Latexhandschuh

Eugen Raimkulow und André Ritterswürden halten sich für echte Frauenversteher: Sie wollen – Achtung, Zitat – „das Leben der Frauen einfacher machen“. Mädels, macht euch jetzt bitte keine großen Hoffnungen. Denn die beiden haben überraschenderweise nichts erfunden, das uns tatsächlich dabei hilft, irgendwelche Probleme zu bewältigen. Stattdessen ist die Welt jetzt um ein unnötiges und sexistisches Produkt reicher.

Aber von vorn: Was hat es mit den beiden Herren der Schöpfung überhaupt auf sich? Diese zwei Prachtexemplare von Fleisch gewordenem Mansplaining traten vergangenen Montag in der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ auf. Für diejenigen, die sich nicht für drittklassige Unterhaltungssendungen interessieren: Das Prinzip besteht darin, dass Unternehmensgründer*innen versuchen, die Jurymitglieder von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen und eine*n von ihnen als Investor*in zu gewinnen.

Das Produkt, das Eugen Raimkulow und André Ritterswürden vorstellten, war ein sogenannter „Hygienehandschuh“ in der Farbe Pink, mit dem Menstruierende ihren Tampon entfernen und ihn anschließend darin einwickeln können, indem sie den Handschuh auf links drehen, ihn zusammenrollen und mit einem Klebestreifen verschließen. Schön.

Und wieso tut es Toilettenpapier nicht? Berechtigte Frage, denn das kann genau dasselbe wie die ach-so-tollen Pinky Gloves. Aber der Handschuh grenzt sich natürlich nicht nur durch die wunderbar weibliche Farbe von der völlig veralteten Toilettenpapier-Entsorgungsmöglichkeit ab, sondern auch durch eine ganze Menge andere Faktoren. Die beiden Männer bewerben ihren Handschuh als „praktisch und hygienisch“ – weil es ansonsten ja auch so eklig ist, wenn Frauen ihre Geschlechtsteile mit den Fingern berühren. „Man fasst sich nicht mit den dreckigen Händen in den Intimbereich“, werben die zwei für ihr Produkt. Offenbar wissen sie nicht, dass man sich normalerweise vor und nach dem Wechseln eines Tampons die Hände wäscht.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!