Probleme mit Anfang 20: Zwischen Erwachsenwerden und Pubertät 2.0

Junge Frau die in ihrem Zimmer auf dem Boden sitzt

Die Zwanziger sind ein Lebensabschnitt, der für Leichtigkeit und Unbeschwertheit steht. Verständlicherweise – schließlich hat unsere Generation so viele Freiheiten wie wahrscheinlich keine zuvor. Und trotzdem fühlt sich manchmal alles so verdammt kompliziert an. Ein romantisch-melancholischer Beitrag darüber, warum Freiheit auch erdrückend und Leichtigkeit auch schwer sein kann.

Tschüss, Hotel Mama!

Ich war 18, als ich zum Studieren von zu Hause ausgezogen bin. Es gibt nur zwei Typen von jungen Menschen, die nach dem Schulabschluss in eine andere Stadt ziehen: die, die sich mit wehenden Fahnen auf den Weg machen – und solche wie mich. Mir fiel es wirklich schwer, meine Familie und meinen damaligen Freund gewissermaßen zurückzulassen. Und das, obwohl ich es für eine lange Zeit kaum erwarten konnte, endlich aus meiner kleinen Provinzstadt in die große, weite Welt zu ziehen! Ich wollte immer frei sein – und plötzlich war ich mit meiner neu gewonnenen Freiheit vollkommen überfordert. Zu Beginn meines Studiums – das ich dann übrigens nach einem Semester abgebrochen habe – bin ich jeden Freitag voller Vorfreude „nach Hause“ gefahren, nur um jeden Sonntag (oder sogar erst Montagmorgen) wehmütig in mein eigentliches, neues Zuhause zurückzukehren.

Und als wäre so ein Umzug emotional nicht schon schwer genug, wird man mit einem logistischen und bürokratischen Aufwand konfrontiert, wie man ihn vorher noch nie erlebt hat. Irgendwo zwischen Kisten packen, Transporter mieten, Schleppen, Auspacken und Möbel aufbauen, muss man auch noch Zeit finden, um Strom und GEZ anzumelden, sich selbst umzumelden und sich irgendwie um W-LAN zu kümmern. Und das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass das mit Sicherheit nicht der letzte, sondern gerade mal der erste richtige Umzug meines Lebens war.

Kurz gesagt: Es fühlt sich an, wie ein viel zu schnelles Erwachsenwerden – als würde man plötzlich ins kalte Wasser geworfen werden, nachdem man all die Jahre zuvor gemütlich im warmen Planschbecken gespielt hat.  

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!