Reizüberflutung im digitalen Zeitalter: Das Problem mit Social Media

Menschen schauen auf ihr Smartphone runter. Bild: Pexels

Die sozialen Medien – Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite machen sie Spaß, ermöglichen einem sich kreativ auszuleben und stellen für manche sogar einen Beruf dar, auf der anderen Seite können sie Druck ausüben und einen mit den Unmengen an Reizen überfordern. Warum Digital Detox manchmal gar keine schlechte Idee ist und was wir für eine bessere Social-Media-Nutzung tun können.  

Unsere schnelllebige Welt

Unsere Welt ist schnell, wir sind überall rund um den Globus vernetzt und kommunizieren, wann und mit wem wir wollen. Unser Gehirn wird ständig zu jedem Zeitpunkt mit neuen Reizen überflutet – Breaking News, Eil-Meldungen, Skandale, Werbe-Anzeigen. Viele Dinge prasseln täglich auf uns ein: Neue Apps gehen an den Start, Online-Zeitungen werden im Minutentakt geupdated, Fotos werden geliket und geteilt. Dass das schnell zu viel werden kann, ist wohl jeder Person klar. Das soll selbstverständlich nicht heißen, dass früher alles besser war. Aber früher, in einer Welt ohne Instagram, WhatsApp und Co., da war es doch womöglich leichter zur Ruhe zu kommen. Die Angst, eine Information, eine Nachricht oder ein Bild verpasst zu haben, schwebt doch häufiger in unseren Kopf herum, als wir denken. Wenn wir ausgehen, machen wir eine Instagram-Story von unseren Cocktails und beim abendlichen Spaziergang wird der Sonnenuntergang mit den Follower*innen geteilt. Es gehört mittlerweile einfach dazu. 

Was macht die Psyche? 

Ein negativer Effekt auf die Psyche aufgrund der sozialen Medien kann laut AOK bisher noch nicht konkret bewiesen, jedoch vermutet werden. Die Studien häufen sich in den letzten Jahren und versuchen einen möglichen Zusammenhang zwischen psychischen Krankheiten und Social Media zu untersuchen. Expert*innen nehmen an, dass der soziale Vergleich auf den Plattformen, die Sucht nach Likes, die ständige Reizüberflutung und auch der aufgebrachte Zeitaufwand eine Rolle spielen können. 

Persönliche Erfahrungen

Auch ich kenne das Gefühl von Überforderung in den sozialen Medien. Ich werde müde vom Hin- und Herscrollen, weil es doch eh immer nur das gleiche ist und habe die täglichen negativen Schlagzeilen satt. Zwei Jahre lang hatte ich mein Instagram gelöscht – und wirklich vermisst habe ich es nicht. Irgendwann lud ich mir die App dann jedoch wieder runter, in meinem ersten Semester genauer gesagt. Um mich mit neuen Leuten zu vernetzen, um in Verbindung zu bleiben und um so zu sehen, wann die nächste Party steigt. Mittlerweile ist das auch wieder zwei Jahre her und ich würde sagen: Durch die Instagram-Pause habe ich eine gute Distanz zu der Plattform entwickelt. Klar scrolle auch ich manchmal noch zwanzig Minuten zu lang durch Instagram und merke irgendwann: Das war jetzt echt nicht nötig. Aber das ist ok, denke ich. 

Neulich sprach ich mit einer Freundin, der es momentan nicht so gut geht. Wir sprachen (per WhatsApp, weil wir weit auseinander wohnen) über die Schwierigkeiten in ihrem Leben und überlegten uns Lösungen, um diese zu bewältigen. Am Nachmittag dann wollte ich ihr ein witziges Meme auf Instagram schicken und sehe – sie hat ihren Account deaktiviert. Als ich sie darauf ansprach (wieder auf WhatsApp, versteht sich), sagte sie, es tue ihr gut, nicht täglich berieselt zu werden und Luft zum Atmen zu haben. Sie komme besser runter und hat nicht mehr diesen inneren Druck, ständig informiert zu sein und über alles Bescheid wissen zu müssen. Vielleicht braucht es also manchmal einen Digital Detox, eine Auszeit von den sozialen Medien, um mal durchzuatmen. Das müssen ja keine zwei Jahre sein, es kann auch einfach mal ein Wochenende oder ein sich wiederholender Tag in der Woche sein. Vielleicht ist das mal gar keine schlechte Idee. 

Leidenschaftliche FC-Köln-Anhängerin. Geht gerne ins Stadion und feuert die Mannschaft an. Schreibt, kocht und backt gerne. Immer für ein kühles Bier in der Sonne zu haben. Studiert irgendwas mit Medien und taucht irgendwo zwischen Feminismus, Politik, Party und Uni auf.