Darum veränderst du deine Tonlage, wenn du mit manchen Menschen sprichst

Tonlage_Gespräche_Telefon

Das Telefon klingelt, du gehst ran. Eine fremde Stimme sagt dir, dass das Unternehmen, bei dem du dich beworben hast, dir gerne ein Vorstellungsgespräch anbieten würde. Dein Herz überschlägt sich fast vor Freude und du quietscht unbeabsichtigt ein grelles „sehr gerne“ in das Telefon. Im folgenden, kurzen Gespräch zwitscherst du deine Antworten nur so in den Hörer und fragst dich, ob es eigentlich möglich ist, noch höher zu sprechen – ohne, dass die Gläser im Schrank zerspringen.

Mal ehrlich: Dieses Phänomen kennen doch die meisten von uns. Egal, ob gegenüber den Eltern am Telefon, an der Supermarkt-Kasse oder mit dem Chef im Büro: Die Tonlage unserer Stimme verändert sich stetig – und das meistens in eine Gänsehaut erzeugende Höhe. Doch warum ist das so, und warum zum Teufel lässt sich diese Veränderung so schwer kontrollieren? Forscher haben dieses Phänomen untersucht und sind zu spannenden Schlüssen über die Änderungen in unserer Tonlage gegenüber bestimmten Gesprächspartnern gekommen.

 

Eine hohe Stimmlage symbolisiert Unterwürfigkeit

 

Nachdem die Testpersonen der Studie gebeten wurden, sich durch allgemeine Fragen selbst einzuschätzen, wurde ein Vorstellungsgespräch simuliert. Wie man sich schon denken kann, redeten viele Probanden nicht in ihrer regulären Tonlage mit ihrem Gesprächspartner, sonder viel höher. Dr. Viktoria Mileva von der University of Stirling erklärt das so: „Wenn man das Gefühl hat, das Gegenüber ist dominanter als man selbst, hebt man seine Stimme an. Das kann ein Signal der Unterwürfigkeit sein. Man zeigt dem Zuhörer, dass man keine Gefahr für ihn darstellt und vermeidet dadurch mögliche Konfrontationen“. Klingt logisch, denn in einem Bewerbungsgespräch möchte man ja alles tun um seinen zukünftigen Vorgesetzten zu gefallen.

Die Untersuchung zeigte außerdem, dass das bei Männern und Frauen gleichermaßen geschieht, auch wenn eine kräftige Männerstimme gegenüber eine zarten Frauenstimme bestimmender wirkt.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

 

Wie überall gibt es auch hier Ausnahmen: Hatten die Probanden sich bei der Selbstbewertung am Anfang des Experiments als eher dominant bezeichnet, quietschen sie nicht wie die gelben Entchen am Rand der Badewanne umher. Sie sprachen zwar auch nicht unbedingt in ihrer üblichen Stimmhöhe, doch sie veränderten diese nicht zu drastisch. Die Tonlage änderte sich allerdings gar nicht, wenn die Personen davon überzeugt waren, sehr dominant zu wirken und eher angesehen zu sein. Im Klartext: wenn sich deine Stimme nie, egal wem gegenüber, verändert bist du einfach extrem selbstbewusst. Herzlichen Glückwunsch! Und an alle anderen: Jetzt wisst ihr woran es liegt, wenn ihr mit eurem Boss redet, als würdet ihr gerade Versuchen eine süße Babykatze anzulocken. Ein gesunder Respekt gegenüber Menschen in Führungspositionen ist aber definitiv nicht verkehrt.

Praktikantin: Ein Jahr tingel ich jetzt schon durch die verschiedensten Redaktionen Süddeutschlands. Nun, bei ZEITjUNG angekommen, weiß ich, was ich will: schreiben, kreativ sein und vorallem Spaß bei der Arbeit haben – und das geht hier ziemlich gut! Auf meiner To Do-Liste steht – neben Weltenbummlerin werden eine Katzenpension eröffnen und dabei so viel Schokoeis wie nur möglich in mich zu stopfen – tatsächlich auch noch studieren und „was Richtiges“ werden. Also, irgendwann.