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Von der Jet-Set-Tante zum Charity-Held: 6 Adventstypen

Du kennst sie alle!

Kaum ist Halloween vorbei, scheiden sich die Geister: Für einige geht die langersehnte Mariah-Carey-Session los, andere möchten sich am liebsten bis Silvester unter der Decke verkriechen – aber alle sind Teil unseres geliebten, alljährlichen Vorweihnachtswahnsinn. Und welcher Typ bist du?

1

Der Advents-Enthusiast

Der Herbst ist in seiner goldenen Blüte, der erste Schnee noch monateweit entfernt. Und doch hört man so langsam aber sicher aus der Wohnung nebenan die ersten Töne von Bastilles „Oh holy night“-Cover. Nur zögerlich, ein Hintergrundgeräusch, einfach weil die Stimmung grad so gut zur frühen Dunkelheit passt. Doch dann, erst fast unmerklich, werden die Lametta-Zeilen und Gingerbread-Akkorde immer lauter, dringlicher, fordernder. Aus Bastille wird Michael aus Michael wird Mariah und Mariah erbricht sich schließlich in ein hämmerndes Desaster aus „Last Christmas“ und den Wiener Sängerknaben. Und der Enthusiast ist glücklich. Er verbringt ab jetzt seine Abende mit Tee und Kerzenschein auf dem Sofa, stellt sich kaltes Schneegestöber vor dem Fenster vor und wünscht sich, die ganze Welt würde doch die wunderbare Vorweihnachtszeit so zelebrieren wie er. Er legt den Nachbaren versöhnlich eine Dose selbstgebackener Plätzchen vor die Tür, in der Hoffnung, sie mögen doch endlich auch so richtig in Fahrt kommen und ihn nicht mit strafenden Blicken mustern, wenn er mit der Halloweendeko auch gleich die für Weihnachten aus dem Keller holt. Für ihn vergehen die paar Tage Ende Dezember immer viel zu schnell. Aber er ist ein Problem-Solver und erstreckt das Fest der Liebe einfach über drei Monate – und genießt die Zeit so sehr, dass der eigentliche Anlass immer weiter in Hintergrund gerät.

2

Der sture Verweigerer

Er ist das pure Gegenteil vom Euphoriker: Am liebsten würde er die selbstgebackenen Plätzchen vor seiner Tür einfach zertreten, wenn drüben die Weihnachtsglöckchen trällern den Kopf unters Kissen stecken und hoffen, dass er dabei erstickt. Er hasst Weihnachten nicht. Die paar Tage Festlichkeit um Heiligabend findet er voll okay, da ist er dann auch einigermaßen in Stimmung – aber garantiert nicht vor dem letzten Advent. Was er hasst, ist der ganze Wahnsinn davor: überlaufene Christkindlmärkte, kitschige Deko, kein TV-Abend ohne Aschenbrödel oder Kevin. Das einzig Gute, das er der Firmenweihnachtsfeier abgewinnen kann, ist der gratis Glühwein, von dem er sich schon mal einen oder zwei zu viel reinballert, um Susan aus dem Marketing mit ihrem blinkenden Rentier-Pulli ertragen zu können. „Alles Opfer einer riesigen Konsumindustrie, die uns mit der Kommerzialisierung solcher Feste nur das Geld aus der Tasche ziehen will“, denkt er über Susan und seinen Nachbar.
Aber wenn dann endlich Weihnachten ist, kann er aufatmen. Dann kann er die Socken, Parfüms und Fondue-Sets in genauso langweiliges Papier einpacken, eine müde Schleife drum wickeln und sogar ein bisschen Freude verspüren. Denn der Anfang vom Ende hat endlich begonnen.

3

Der Last-Minute-Hektiker

Die Adventszeit ist für ihn hauptsächlich eins: Stress. Er ist jemand, der in der ersten Dezemberwoche Türchen 1-24 schon aufgerissen hat, weil er die Snickers im Celebrations-Kalender sucht und deshalb relativ schnell den track of time verliert.
Und eigentlich mag er die vorweihnachtliche Stimmung ja, aber es ist halt schwierig ein gesundes Maß zu finden: Obwohl er, wie der Verweigerer, die überfüllten Warenhäuser mit ihren riesigen Xmas-Auslagen ultra anstrengend findet, wuselt er doch auf wöchentlicher, ineffizienter Geschenksuche durch die Parfümstände und Unterhosen-Abteilung. Oder er quetscht sich mit tausend Gleichgesinnten fluchend und im Zeitlupentempo über den Christkindl-Markt und schüttet sich mit Glühwein voll, bis es ihm den Stecker zieht – cause the experience… Oder er macht sieben Plätzchenteige auf einmal und verliert nach fünf Minuten den Überblick und die Lust. Und weil er die ganze Adventszeit so mit Adventskram beschäftigt war, fehlen ihm am 22. immer noch die Geschenke und er hetzt mit Lametta-Fäden und Christbaumkugeln vor dem Kopf nochmal los. An Silvester atmet er auf.

4

Der DIY-Profi

Weihnachtszeit ist Bastelzeit – das ist seine Devise. DIY-Weihnachtsgeschenke, Wintermarmelade-Rezepte und hübsche Etiketten-Vorlage sind seine meistgesuchten Schlagwörter auf Pinterest. Verregnete Samstagnachmittage (Schnee kann man hierzulande ja vor Neujahr kaum mehr erwarten), an denen ruhige Pianocovers großer Weihnachtsklassiker spielen und er seine Stifte, Einmachgläser und Geschenkpapier vor sich ausgebreitet hat, sind seit mindestens zwei Monaten seine liebsten Tage. Er bastelt eigentlich das ganze Jahr über, aber in der Adventszeit packt ihn eine ganz neue Inspiration, denn was gibt es Schöneres als Tanten, Onkel, Grosseltern, Eltern, Eltern von Freunden und Freunde mit Selbstgemachten zu beschenken? Nichts. Eben. Aber je nach sonstiger Auslastung in seinem Leben, ist Weihnachten selbst nicht genug. Dann liefert er schon mal drei, vier Adventskalender für seine Liebsten. So einen wollt ihr unbedingt in eurem Freundeskreis haben! Und wenn ihr ihn habt, dann lasst ihn nie wieder los.

5

Der Charity-Held

Keine Zeit im Jahr befriedigt den Wohltäter so wohlig wie die Adventszeit. Da lebt er seinen ganzen Helfer-Spirit und blüht schon mal zu seiner Höchstform auf. Für ihn ist Weihnachten das Fest der Nächstenliebe: Singt er gerade nicht mit der Heilsarmee auf den Straßen seiner Stadt oder schiebt in der Suppenküche Überstunden, steht er bestimmt wie ein fleißiger Polar-Elf in der Küche und backt Zimtsterne für den Charity-Sale nächsten Sonntag. Er macht es sich zu seiner schönen Aufgabe, allen, die er kennt oder auch nicht, ein wunderbares Weihnachten zu bereiten. Er bittet seine Familie darum, auf Facebook einen Aufruf starten zu dürfen, mit dem er Menschen, die dieses Jahr Angst vor Einsamkeit haben, zu ihm an den Tisch einlädt. Natürlich sagen seine Verwandten ‚Ja‘, denn wer würde schon ‚Nein‘ sagen.

6

Die kinderlose Jet-Set-Tante

Flattern die ersten Weihnachtseinladungen ins Haus verdreht sie nur die Augen. Wie soll sie jetzt schon wissen, ob sie Ende Dezember überhaupt in der Nähe von Deutschland ist? Sie kokettiert sich gern ein bisschen, lässt sich gern ein bisschen Zeit mit ihrer Zusage. Sie wird schon an der Familienfeier teilnehmen, das tut sie jedes Jahr. Aber wie jedes Jahr, wird sie auch diesen November erst mal sagen, sie melde sich spontan und dann am 24.12. so ein, zwei Stunden später eintreffen – dann wenn sich die anderen schon erträglich getrunken haben. Sie wird schon im Flieger getrunken haben. Und wie jedes Jahr wird sie den Neffen und Nichten teure Mitbringsel vom letzten Businesstrip schenken, sich von Freunden und Verwandten bewundern lassen, das Dessert nicht essen, weil das nicht in ihre Diät passt und merken, wie Weihnachten ohne diese Menschen nicht halb so schön wäre. Und so freut sie sich insgeheim aufs nächste Jahr.

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Beitragsbild via Unsplash unter CC0 Lizenz

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