Metaverse & Facebook: Social-Media-Revolution, aber zu welchem Preis?

Was ist das Metaversum und wie könnte es das Internet revolutionieren? Bild: Unsplash

Metaverse: Segen oder Fluch?

Mal angenommen, Meta kann die ambitionierten Ziele genau wie beschrieben umsetzen, würde das tatsächlich eine Revolution des Internets bedeuten. Internet würde erstmals für die Breite der Gesellschaft in den dreidimensionalen Raum ausgebreitet werden. Aber genau hier – und ab jetzt beginnt der spekulativste Teil – könnten auch die Probleme anfangen. Mit den Nutzerdaten und einem Verschwimmen der Realität und Digitalem will ich an dieser Stelle gar nicht anfangen. Vielmehr lohnt sich ein Blick auf die Videospielindustrie. In „Fortnite“, einem Koop-Survival-Shooter aus dem Jahr 2017, treten auf einer arenaähnlichen Karte Spieler*innen gegeneinander an. Das Spiel selbst ist kostenlos, über einen Ingame-Shop können jedoch Skins, also Outfits, gekauft werden. Sie verschaffen Spieler*innen keinen Vorteil, sondern dienen nur der Kosmetik. Ein Geschäftsmodell, das nicht unbedingt neu war, aber durch die Decke ging. In den Jahren 2018 und 2019 nahm Spieleentwickler „Epic Games“ 9,16 Milliarden Dollar ein. Heutzutage sind sogenannte Mikrotransaktionen in Spielen nicht mehr wegzudenken – besonders beworben werden sie auch auf dem Handy-Gaming-Markt. Nutzer*innen haben plötzlich in Videospielen eine Möglichkeit sich selbst auszudrücken und müssen das nicht mehr mit einem Einkauf in irgendeinem Shopping-Center verbinden. 

Aber zurück zu Meta. Sobald das Metaverse auf dem Markt ist, wird es vermutlich nur eine Frage der Zeit sein, bis man sich bequem mit einem Klick virtuell Klamotten kaufen kann. Vielleicht sogar Designer-Stücke, die man sich im echten Leben nie hätte leisten können. Dadurch, dass Produkte nur virtuell über die Ladentheke gehen, können sie von Unternehmen günstiger angeboten werden als in der physischen Welt. Ein ähnliches Geschäftsmodell lässt sich bei E-Books beobachten, die meist einige Euro weniger kosten als die Paperback- oder Hardcover-Versionen. 

Das Problem: Das Geschäftsmodell birgt jede Menge Suchtgefahr und fördert Phänomene wie Retail-Therapie. Und mit Sicherheit werden Angebote wie Klamotten nur der Anfang sein. 

Wie genau das Metaversum am Ende aussieht, weiß natürlich noch niemand so genau. Und wer weiß, vielleicht ist all die Schwarzmalerei in dem Artikel unbegründet, vielleicht geht das ehemalige Facebook wirklich einen humaneren Weg in der Zukunft. Eine Hoffnung, die ich mir selbst aber nur schwer vorstellen kann. 

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Bildquelle: Dima Solomin auf Unsplash; CC0-Lizenz

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.