ArtikelBildungWirtschaftWirtschaftsteilWissenZeitung

Liebeserklärung an: den Wirtschaftsteil

Warum wir alle den Wirtschaftsteil der Zeitung lesen sollten.

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

„Ich interessiere mich für Wirtschaft“ hat oft einen fahlen Beigeschmack. Es schmeckt nach Haargel und teurem Parfum. Nach einem öden Studium der Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaft. Dass jemand aus Interesse den Wirtschaftsteil liest, steht für die meisten außer Frage. Der Mensch geht gerne davon aus, dass ihn die Wirtschaft nichts angeht. Aktienkurse, DAX-Vorstände, das ist doch alles BWL, das ist doch alles nicht mein Leben. Ich bin doch nur ein kleiner Wurm, der außer in seinem Konsumverhalten nichts mit Wirtschaft zu tun hat. Und selbst da wirkt das Konzept „Wirtschaft“ so wahnsinnig weit weg.

 

Wissen ist Macht

In einer Welt, die sich von Jahr zu Jahr gefühlt schneller dreht, ist es nicht verwunderlich, dass man irgendwann das Zepter abgibt und die Entwicklungen an sich vorüberziehen lässt. Selbst Menschen, die sich hauptberuflich den gesamten Tag mit Wirtschaft beschäftigen, geben wichtige Entscheidung an Algorithmen ab, mangels Überblick. Aber nur weil man im Großen verzweifelt, darf man noch lange nicht im Kleinen aufgeben. Nur weil niemand versteht, wieso sich das Universum immer weiter ausdehnt, heißt das ja nicht, dass jede Beschäftigung mit Physik deswegen sinnlos ist. Wirtschaft mag kompliziert sein, schwer durchsichtig und oft ernüchternd. Aber die Wahrheit ist, dass die Wirtschaft unser aller Handeln beeinflusst. Grund genug, sich darüber zu informieren, genauso, wie man sich eben über Politik informieren sollte.

 

Wirtschaft klingt abstrakter als Politik

Wirtschaft klingt immer so abstrakt, so nach Karriere. Politik, das sind Ideale, das sind konkrete Ziele. Und häufig werden wirtschaftliche Interessen dem entgegen gesetzt. Wenn von der Klimakrise gesprochen wird, dann nur von den politischen Entscheidungen. Die wirtschaftlichen Faktoren werden allerhöchstens als Contra-Argument aufgeführt. Dabei wäre der Weg über die Finanzen vermutlich der Einfachste, um die Welt zu verändern. Wirtschaft klingt nach Zahlen, die niemand so ganz zuordnen kann. Nach Prozentpunkten. Nach Männern in grauen Anzügen. Nach Karriere, faden Kantinenessen und dem Ziel, der Wolf of Wallstreet zu werden. Aber Wirtschaft ist auch Kultur, Bildung, Ernährung, Politik. Das wirtschaftliche Leben spielt in jedem anderen Lebensbereich eine Rolle. Wirtschaft steuert unser aller Leben, deswegen ist auch ein Abschwung oder eine Rezession mehr als nur rote Zahlen. Oder zumindest rote Zahlen, die unser Leben prägen.

 

Keine Ahnung zu haben ist uncool

Es ist uncool, sich nicht mit Geld auszukennen, obwohl es immer romantisiert wird. Die wenigsten Studenten kämen auf die Idee, ihr Geld in Aktien zu investieren und Gespräche über die beste Anlageform zur Altersvorsorge finden auch eher selten bei selbstgedrehten Zigaretten am WG-Tisch statt. Die Beziehung der meisten Menschen zu Geld ist schon fast ein Missbrauch – Arbeiten, um möglichst viel davon zu haben. Gut, wenn es dann da ist; schlecht, wenn nicht. Ob ein Konzern nun tausende von Mitarbeiter entlässt, interessiert die meisten nur dann, wenn sie selbst akut davon betroffen sind.

Das Wirtschaftsmagazin Brand eins zum Beispiel versucht, auf eine junge und kreative Art und Weise Menschen wirtschaftliche Angelegenheiten näher zu bringen. „Wirtschaft ist in so gut wie allen Dingen um uns herum. Wir sind ein Teil von ihr und deshalb auch auf gewisse Weise von ihr abhängig, so wie auch Staaten von ihr abhängig sind. Die wirtschaftliche Situation eines Landes bestimmt manchmal, ob wir einen Job finden oder nicht, unsere eigene finanzielle Situation hat einen Einfluss darauf, wie wir unser Leben gestalten können. Weil wir ein Teil des Ganzen sind, können wir Wirtschaft aber auch mitbestimmen. Deshalb sollte man sich damit beschäftigen. Auch weil es, wenn es um Wirtschaft geht, um Fragen geht, die alle etwas angehen: Was können wir gegen Armut tun? Wie werden Firmen umweltfreundlicher? Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeit?“ sagen Sie.

Macht die Wirtschaft wieder sexy

Hört auf damit, eure Wirtschaft aus der Hand zu geben! Verfolgt Aktienentwicklungen und Konzerninteressen, hört zu, wenn die Vorsitzende der Europäischen Zentralbank von dem Nullzins spricht. Sich mit seinem Geld zu befassen muss wieder sexy werden, ohne dass man sofort als Donald Duck abgestempelt wird. Der hätte, da bin ich mir sicher, in jedem Fall den Wirtschaftsteil gelesen. Nur vielleicht nicht die Beiträge über sinnvolle Geldanlagen.

Folge ZEITjUNG auf Facebook, Twitter und Instagram!

Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Das könnte Dich auch interessieren