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Happy Pride Month: Lasst uns diese 8 queeren Errungenschaften feiern

Denn Liebe ist Liebe!

Juni bedeutet Gay Pride Month. Im Gedenken an die Stonewall-Aufstände in der Christopher Street 1969 feiern LQBTQIA-Menschen jeden Juni weltweit ihre Errungenschaften und machen auf Misstände in unserer Gesellschaft aufmerksam. Denn vieles gibt es zu feiern, vor allem einmal all jene Menschen, die abseits der Heteronormativität leben, jeder Schritt der LGBTQIA-Community war ein anstrengender und harterkämpfter Weg.

Wieso im Juni?

Am 28. Juni 1969 stürmte eine Razzia der New Yorker Polizer die Schwulen- und Transbar Stonewall Inn in New York. Dies geschah nicht zum ersten Mal, an diesem 28. Juni 1969 stellte sich erstmals eine große Gruppe den Polizeitruppen entgegen, darunter die berühmte Aktivistin Marsha P. Johnson. Der Tag wird seitdem als Wendepunkt in der Geschichte der Gleichstellung von Homosexuellen betrachtet und jedes Jahr weltweit mit den Christopher Street Day (auf englisch oft Gay Pride oder Stonewall Day) zelebriert. Und dieses Jahr feiern die Stonewall-Aufstände ihren 50. Jahrestag.

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Vor 25 Jahren wurde §175 abgeschafft

Paragraph §175 stellte Homosexualität bis 1994 in Deutschland unter Strafe. Am 11. Juni 1994 wurde der sogenannte „Schwulen-Paragraph“, der homosexuelle Handlungen unter Männern unter Strafe stellte, endlich abgeschafft. Während die DDR nach dem Zweiten Weltkrieg den Paragraph aus der Weimarer Republik übernahm und 1968 letztlich abschaffte, übernahm die BRD den verschärften Paragraphen des Nazi-Regimes. Zwischen 1949 und 1994 wurden etwa 64.000 Männer nach §§175, 175a veruteilt. Es dauerte wiederum 23 Jahre nach Abschaffung von §175 bis sich die Regierung 2017 zu einer Entschädigung der damals Verurteilten entschied. Die Entschädigung: 3000 Euro pro Urteil, 1500 Euro für jedes Jahr in Haft. Bis Anfang diesen Monats sind laut Tagesschau 154 Anträge auf Entschädigung eingangen. Warum nur so wenige? Viele Opfer sind schon tot oder wollen dieses Kapitel ihres Lebens nicht mehr anrühren. 2018 entschuldigte sich mit Frank-Walter Steinmeier erstmals ein Bundespräsident bei Homosexuellen für das staatlicherseits angetane Leid.

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Die Ehe für alle

Der 30. Juni 2017 war ein besonderer Tag in Deutschland: Die Ehe für alle wurde endlich vom Bundestag beschlossen! Kurz darauf konnten sich endlich die ersten gleichgeschlechtlichen Paare trauen lassen. Wen wir heiraten wollen, entscheidet nun die Liebe und nicht das Geschlecht, auch steht gleichgeschlechtlichen Paaren jetzt die Möglichkeit offen, Kinder gemeinsam zu adoptieren. Die Ehe für alle kam spät, aber sie kam. Aktuell gibt es die Ehe für alle in 24 Staaten weltweit, in drei weiteren Staaten ist die Ehe für alle in Teilgebieten gestattet.

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Das dritte Geschlecht

Seit dem 1. Januar diesen Jahres heißt es aufatmen für viele intersexuelle Menschen. Denn seitdem gibt es neben den Geschlechtskategorien „weiblich“ und „männlich“ nun auch das dritte Geschlecht „divers“. Ganz so einfach ist es aber noch nicht, das dritte Geschlecht eintragen zu lassen. Obwohl die Entscheidung des Gerichts eigentlich hieß, dass „Geschlecht von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt“ wird, entscheidet immer noch die Biologie, wer sich als „divers“ eintragen lassen darf: nur genetisch bedingt intergeschlechtliche Personen. Nicht-binäre Menschen sind davon erst einmal ausgeschlossen. Trotzdem: ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber es gibt noch einiges zu tun.

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Taiwan ist das erste Land Asiens, das die Ehe für alle eingeführt hat

Im Mai war es so weit: Taiwan beschloss als erstes Land Asiens die Ehe für alle zu öffnen. Bereits 2017 erklärten Richter die Ehe ausschließlich für Mann und Frau als verfassungswidrig und gaben dem Gesetzgeber zwei Jahre Zeit die Ehe für alle gesetzlich zu verankern. Die Frist wäre fast abgelaufen, doch gerade noch rechtzeitig bekam die Regierung die Kurve.

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Her mit den sexuellen Identitäten aka LGBTQIA

Dass die Welt nicht schwarzweiß und homo oder hetero ist, dürfte uns klar sein. Es gibt verschiedenste sexuelle Identitäten, die sich alle unter den Begriffen Queer oder LGBTQIA zusammenfassen lassen. Here we go: L = Lesbian (dt. lesbisch), G = Gay (schwul), B= Bisexual/bisexuell, T = Transsexuell/Transgender, Q= Queer (alles Nicht-Heteronormative), I = Intersexuell, A = Asexuell. Früher bestand der Begriff nur aus LGBTQ, mittlerweile wurde er um weitere sexuelle Identitäten ergänzt.

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Das Outing von Promis ist nicht mehr weltbewegend

Für queere Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, ist das Privatleben immer auch politisch: Outen oder nicht? Und hoffentlich kam einem niemand zuvor. Als Ellen DeGeneres sich 1997 in ihrer Show outete, bedeutete das für sie noch karrieretechnisch den Ruin. Der ehemalige Oberbürgermeister Berlins Klaus Wowereit schlug mit seinem Outing 2001 „Ich bin schwul und das ist auch gut so“ noch Wellen, er sah sich zum Outing gezwungen um einer „verlogenen Schmutzkampagne“ zu entkommen. Guido Westerwelle stellte den ersten deutschen schwulen Außenminister. Seither haben in Deutschland wenige Outings noch zu einem breiten Medienecho geführt. Lediglich das Outing von Profifußballer Thomas Hitzlsperger 2014 erregte noch Aufsehen: bisher hatte sich kein deutscher  Profifußballer geoutet. Homosexualität ist im Profifußball immer noch ein Tabuthema. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung zeigt sich „eine Tendenz zur Normalisierung Homosexueller in der Medienwahrnehmung“– wir sagen: wird auch Zeit!

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Botswana schafft Verbot von Homosexualität ab

Diese News sind ganz frisch rein: Am 11. Juni 2019 setzte der oberste Gerichtshof Botswanas einen Paragrafen außer Kraft, der bis dahin Homosexulität unter Strafe stellte. Der Paragraf sei „ein Relikt der viktorianischen Zeit“ heißt es in der Begründung. Weiter heißt es, die Zeit sei gekommen, „gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen zu entkriminalisieren“.

In 28 von 49 afrikanischen Ländern südlich der Sahara steht Homosexualität immer noch unter Strafe. Erst im Mai hatte das Oberste Gericht Kenias ein Gesetz gegen gleichgeschlechtliche Paare bestätigt. In Mauretanien, im Sudan und im Norden Nigerias steht Homosexualität sogar unter Todesstrafe.

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Queere Ikonen kommen auf die Leinwand

Filme mit queeren Protagonisten sind nicht mehr nur in der LGBTQ-Community bekannt. In den vergangenen Jahren haben es immer mehr Geschichten mit queeren Figuren auch auf die Mainstream-Kinoleinwand geschafft. Brokeback Mountain löste in den 00er-Jahren noch heftige Kontroversen aus bis hin zur Zensierung der schwulen Sexszenen in Italien. Mittlerweile zeigen Beispiele wie Moonlight, Dallas Buyers Club, Carol, Bohemian Rhapsody, Rocketman und viele mehr, dass queere Figuren auch in großen Kinos die Kassen füllen können.

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Beitragsbild via Unsplash unter CC0 Lizenz

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