Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen! 

Es ist schon viele Jahre her, dass die Liebe zu meinem Verein entfachte, trotzdem erinnere ich mich noch genau. Ich weiß noch wie ich zu Hause mein Trikot angezogen habe, ich erinnere mich noch an die vielen Menschenmassen die Richtung Stadion pilgerten.

Ich habe den Geruch von Bratwurst und Bier in der Nase und habe den ersten Blick auf das Spielfeld noch immer vor Augen. Bis heute bekomme ich eine Gänsehaut beim Erklimmen der letzten Treppenstufen und Erblicken des Stadioninnenraumes. Das damit verbundene Gefühl ist unbeschreiblich, aber ich versuche es mal. Denn für Außenstehende ist eine solch innige Verbindung zu einem Verein vermutlich schwer vorstellbar, fanatische Anhänger hingegen, denken über dieses Phänomen kaum mehr nach.  

Bereits mein Opa und mein Vater sind seit Kindertagen Fans dieses einen Vereines, mir blieb im Grunde gar nichts anderes übrig. Schon in jungen Jahren hatte ich Schals und Trikots geschenkt bekommen und meinen ersten Stadionbesuch hinter mir. Seitdem verfolge ich jeden Sieg, jede Niederlage und jeden Schritt des Vereins – egal an welchem Tag, egal zu welcher Tageszeit. Dabei habe ich mittlerweile eine Reihe von Höhen und Tiefen erlebt, habe gelitten und ekstatisch gefeiert. Gerade dieses Auf und Ab der Gefühlswelt sorgt für eine immer inniger werdende Verbindung und für eine Konstante die nicht mehr wegzudenken ist. Denn dieser Verein bestimmt mein Leben. Er strukturiert meinen Alltag und ist verantwortlich für meine grundsätzliche Gemütslage.

Manchmal sorgt er für Wut und Trauer, meistens aber für wohltuende Ablenkung vom Alltagsstress, für positive Gedanken und Freude oder sogar für berauschenden Optimismus. Mit dem Lieblingsverein mitzufiebern ist nicht einfach eine beliebige Freizeitbeschäftigung, es ist Teil meiner Identität. Wie eine Droge reicht eine kleine Dosis, um immer tiefer in die Abhängigkeit zu geraten. Je mehr man konsumiert, desto größer wird die Freude am Verein und desto stärker wird die Sucht. 

Geliebter Verein statt Lieblingsverein

Lieblingsverein? Was ist das überhaupt? Der Duden definiert einen Verein als ,,Organisation, in der sich Personen zu einem bestimmten gemeinsamen, durch Satzungen festgelegten Tun, zur Pflege bestimmter gemeinsamer Interessen o. Ä. zusammengeschlossen haben”. Die gemeinsamen Interessen waren ursprünglich mit Sicherheit das gemeinsame Sporttreiben. Mittlerweile aber geht es weit darüber hinaus. Es geht nicht nur um die Sportler an sich, es geht genauso um die Angestellten, die vielen Mitglieder und Fans und vor allem, um die damit verbundenen Geschichten und Gefühle. Die Spieler nämlich, wechseln alle paar Jahre, das Einzige was bleibt ist der Mythos des Vereins – weitergetragen durch die Fans.  

Vereine gibt es dabei unzählig viele, der Lieblingsverein aber kann nur ein einziger sein. Das Wort ,,Lieblingsverein” kommt dabei sogar etwas zu kurz. Es handelt sich dabei nämlich keineswegs nur um den Verein, den man am liebsten mag. Für das Fanempfinden ist der Lieblingsverein der einzige Verein der zählt. Es geht nicht darum, wen man am liebsten mag, es geht darum, einen Verein zu lieben. Wie in einer Liebesbeziehung, erlebt man auch mit seinem Verein gemeinsam die tiefsten Tiefen und höchsten Höhen. Der Verein steht dir immer zur Seite und versucht dich aufzuheitern, er stiftet Trost und bereitet Freude. Genauso aber sorgt er für Ärger, Wut und Enttäuschung.  

Anders als die Beziehung zu einem Menschen, kommt es gar nicht in Frage sich von seinem Verein zu trennen. Die Verbundenheit zu seinem Lieblingsverein bleibt für immer bestehen. Bricht die Sehnsucht der Fans nach ihrem Verein irgendwann ab, stirbt auch der Verein an sich. Denn es geht um mehr als um das reine Sporttreiben. Es geht um den Mythos, es geht darum einen Verein zu lieben. So war es schon bei meinem Opa und meinem Vater und so wird es auch bei meinen Kindern sein. 

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Bildquelle: Elevate on Pexels; CC0-Lizenz