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Liebeserklärung an: Carsharing

Ein Auto überall in der Stadt verfügbar, nur ein Klick entfernt: Carsharing erleichtert den Alltag, ist nachhaltiger und günstiger als ein eigenes Auto. Liebes Carsharing, du bist so praktisch!

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

Liebes Carsharing,

oder sollte ich lieber sagen: liebe Autos der Carsharing-Flotten? Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine Liebeserklärung an Autos schreibe, denn schließlich seid ihr eine Top-Klimasünde, stoßt jede Menge Schadstoffe aus, verpestet so die Umwelt und zerstört unsere Lungen. Ich weiß auch gar nicht, ob das, was ich euch schreibe, eine wirkliche Liebeserklärung ist. Denn ich liebe euch vor allem aus einem Grund, der nicht unbedingt das schönste Kompliment ist, jedoch das ernst gemeinteste überhaupt: liebes Carsharing, du bist so praktisch!

Du bist da, wenn ich dich brauche

Ich kann mir momentan kein Auto leisten und will es auch nicht unbedingt und gerade deshalb bist du eine ungemeine Erleichterung meines Alltags. Längere Stadt-Strecken kann ich endlich in geringerer Zeit zurücklegen als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bin ich zu spät dran oder streikt die Bahn, kann ich dich – schwupps – über eine App abrufen und es doch noch pünktlich an mein Ziel schaffen. Erst neulich landete mein Flug sehr spät und die Verbindung des Flughafens zum Stadtzentrum ließ wegen der späten Stunde zu wünschen übrig. Nach langer Überlandfahrt mit dem Ersatzbus, einer Zillionen übermüdeter Urlauber und Schweißgeruch, hatte ich es endlich in das Carsharing-Gebiet geschafft und es gab eine Rettung für meine Irrfahrt: die trockene, wohlige Wärme eines deiner Autos. Liebes Carsharing, auch in dieser Situation warst du für mich da. Nach einem langen Flug konnte ich, dank dir, bequem nach Hause fahren und kam nicht nur wesentlich früher, sondern auch wesentlich entspannter zu Hause an.

Du bist ein Blick in die Zukunft des Autofahrens

Nicht nur bist du unheimlich praktisch, sondern zeigst uns allen auch eine Aussicht wie wir in Zukunft leben und uns fortbewegen werden. In Städten auf wenig Raum, wo Mietpreise eskalieren und ein Auto zum Luxus wird, bist du eine Alternative, wie wir unsere Mobilität trotzdem nicht einschränken müssen. Du zeigst uns eine nachhaltigere und umweltfreundlichere Realität, als wir sie jetzt gerade leben. Greta Thunberg ruft überall auf der Welt zum Klimastreik auf, sodass spätestens jetzt jeder begriffen haben sollte, dass wir so nicht mehr weitermachen können. Wir verstopfen unsere Straßen mit Autos, müllen dabei die Stadt mit Abgasen voll und blockieren den Verkehr. Würden wir alle öffentliche Verkehrsmittel nutzen und bei Notwendigkeit auf Carsharing zurückgreifen, wäre das nicht nur für das Klima besser, sondern würde auch den Verkehrsfluss entlasten.

Sharing is caring, heißt es doch so schön

Du triffst einen Nerv unserer Zeit: Sharing Economy ist seit Jahren Trend der Stunde. Eine Studie des GfK-Vereins (Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung e. V. ) aus 2015 hat gezeigt, dass gerade junge Menschen, die viel online unterwegs sind, dem Teilen ganz und gar nicht abgeneigt sind. Was die Hippies der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bereits erfolgreich gelebt haben, hat die Generation der „Digital Natives“ auf diversen Online-Platformen perfektioniert. Teilen und Teilhaben war dank weniger Mausklicks und Apps auf unseren mobilen Endgeräten leichter denn je. Ob dies aus Selbstlosigkeit, Sparsamkeit oder sozialer Kontaktsuche geschieht, bleibe hier mal unbeantwortet und ist auch eigentlich nicht so wichtig. Fakt ist, du, liebes Carsharing, hast deinen Fuß in eine Zeit gesetzt, die dein Konzept des kollektiven Konsums nicht ausschließt, sondern mit offenen Armen empfängt.

Das klingt alles so wunderbar, aber natürlich bist auch du nicht perfekt: Nicht jede Lebenslage passt in dein Konzept. Ich weiß, du bist nicht für jede*n was. Nicht jede’r möchte auf ein eigenes Auto verzichten und nicht jede*r kann auf ein eigenes Auto verzichten. Und das mit dem Teilen ist auch so eine Sache: Ich habe mich auch schon einige Male geärgert, in welchem Zustand deine Autos zurückgelassen wurden.

Du bietest jedoch für viele Menschen eine echte Alternative zum eigenen Auto und animierst uns alle, unser Fahrverhalten zu überdenken. Dank dir bin ich das erste Mal in einem Elektro-Auto gefahren und war schlichtweg begeistert. Du sorgst dafür, dass ich auch Jahre nach meinem Führerschein nicht aus der Übung komme, sondern mich nun auch an anderen Orten souverän durch den Stadtverkehr bewegen kann. Du hast meine Mobilität bereichert und meine Einkäufe transportiert, mein Fahrverhalten geprägt und mich an abgefahrene (pun intended!) Orte gebracht.

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Bildquelle: Pexels unter CCO Lizenz.

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