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Liebeserklärung an: Pfannkuchen

Glücksgefühle, Butter, Nutella, Puderzucker und Himbeeren- müssen wir noch mehr sagen? Unsere Autorin liebt Pfannkuchen.

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

Liebe Pfannkuchen,

das Wetter ist Mist und der Kühlschrank gähnend leer. Doch euch, liebe Pfannkuchen, kriege ich gerade noch zusammen gekratzt. Egal, ob süß oder salzig, dick oder dünn- ein Pfannkuchen geht immer. Der hungrige Magen kann es gar nicht abwarten

All around the globe

Ob du jetzt Crepes, Pfannkuchen, Eierkuchen, Gallette, Pancake, Blini oder was auch immer heißen magst- ich liebe dich in jeglicher Form. Anscheinend liebt man dich auch auf der ganzen Welt, denn in jeder Küche der Welt gibt es dich in irgendeiner landestypischen Kreation. Du bist deliziös und zugegebenermaßen hochgradig mondän mit Kaviar in Russland unterwegs. Zurückhaltend und zuckersüß mit Puderzucker und hauchdünn in Frankreich, sämig, präsig und fett mit Eischnee und Heidelbeeren in den USA oder schlank und exotisch mit Gemüse und Koriander in Vietnam. Ist doch schön, dass es ein Gericht gibt, über das sich die Geister weltweit nicht scheiden, sondern das einfach überall beliebt ist! Du bist ein Klassiker und ein Allround-Talent. Beherrscht man einmal die Kunst deiner Zubereitung, ernährt man sich zwar vielleicht nicht super gesund, dafür aber köstlichst. Denn wahre Kochtalente können sich an deinem Grundrezept mit allerlei Kreativität und Rafinesse austoben. Totale Koch-Amateure kriegen selbst unter widrigen Bedingungen auch noch grad so nen anständigen Pfannkuchen zusammen.

Wohliges Gefühl im Bauch

Ich habe dich schon als Kind gerne gegessen, mit Apfelmus und riesen Sauerei auf dem Teller, und auch als Erwachsene nicht damit aufgehört. Die ersten Monate meines Studiums saß ich abends in meiner Studentenbude und habe Pfannkuchen um Pfannkuchen verdrückt und darauf gewartet, dass sich das wohlige Gefühl von Heimat und Zuhause einstellt. Denn die Erinnerung an Winterabende auf der Couch mit dickem Pfannkuchen unter einer kuscheligen Decke oder an Kindergeburtstage, an denen es Pfannkuchen mit Nutella gab, stellt sich jedes Mal bei mir ein, wenn ich dich verzehre. Oder natürlich die obligatorischen Crêpes auf dem Weihnachtsmarkt. Oder aber regelmäßig Ausflüge in ein Waldlokal, das Pfannkuchen mit Pfifferlingen anbietet (wer diese Kombi noch nie gegessen hat, sollte das dringend nachholen!). Erst der große Waldspaziergang und dann die Belohnung: ein fetter und butteriger Pfannkuchen. Wie du siehst, mir gehen die Erinnerungen nicht aus.

Die Dekadenz des Alltäglichen

Du bist das perfekte Resteessen, die Dekadenz des Alltäglichen. Pfannkuchen isst man nicht jeden Tag, würde es aber am liebsten. Obwohl die Zutaten so banal und alltäglich sind, ist jede Mahlzeit mit dir ein kleines Festessen. Herrje, jetzt wurde es doch ganz lyrisch. Du bist das absolute Gegenteil von unserer Chiasamen-Kurkuma-Latte-bessenenen Zeit. Du bist ein bisschen aus der Zeit gefallen, ein Relikt vergangener Jahrhunderte als Eier, Milch und Butter noch das blanke Überleben darstellten und Menschen Stolz drauf waren, fünf Kilo zu viel auf den Rippen zu haben und deshalb nicht vor Scham im Boden versanken. Bei Heißhunger ist auf dich Verlass, du machst pappsatt und sorgst für stattliche Foodbabies. Du siehst auf Instagrampics halt nicht so schick und geschmeidig aus, wie eine Bowl und ernährst wahrscheinlich Instgrammerinnen für über eine Woche. Du brauchst weder fancy noch teure Inhaltsstoffe, um toll zu schmecken und bist dankbar für jedes Extra, dass man dir hinzufügt. Du bist eine Dekadenz des Undekadenten und genau deshalb esse ich dich so gerne.

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Bildquelle: Unsplash mit CCO Lizenz.

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