Warum man nie im Streit auseinandergehen sollte

5 Frauen, die nebeneinander stehen

„Geh nie im Schlechten mit jemandem auseinander“, haben unsere Eltern immer gesagt. „Jaja, alles klar“, haben wir gedacht und ihr Gerede insgeheim für leere Worte gehalten. Aber manchmal zeigt uns das Leben auf unschöne Weise, dass an derartigen Floskeln viel mehr dran ist, als uns lieb wäre.

Manchmal wünschte ich, ich wäre besser darin, so richtig wütend auf Menschen zu sein, die mich verletzt haben. Manchmal wünschte ich, ich würde es übers Herz bringen, beleidigende Graffitis an Hauswände zu sprayen und damit die Namen von Personen, die sich mir gegenüber unfair verhalten haben, in den Dreck zu ziehen. Manchmal wünschte ich, ich könnte einfach so die Fensterscheiben betreffender Leute mit Zwiebeln bewerfen und alle Sachen, die ihnen heilig sind, vom Balkon schmeißen.

Manchmal wünschte ich, ich wäre die Art Mensch, die all diese Dinge einfach so tun kann. Manchmal wünsche ich mir das wirklich.

Aber dann erinnere ich mich daran, was passieren kann, wenn man auf diese Weise mit jemandem auseinandergeht. Und auf einen Schlag bin ich wieder froh, eben nicht diese Art Mensch zu sein – oder zumindest nicht mehr. Denn das Gefühl, sich im Streit von einer geliebten Person zu trennen und sich nie wieder zu sehen, ist so schrecklich, dass man es nicht einmal in Worte fassen kann.

Ich hatte vor ein paar Jahren eine gute Freundin. Sie hat beinahe neben mir gewohnt, und ich habe sehr viel Zeit bei ihr zu Hause verbracht. Wir haben oft zusammen gekocht und Horrorfilme geschaut. Nach der Schule standen wir manchmal noch Ewigkeiten an unserer Haltestelle und haben über alles Mögliche geredet. Sie hat mir zugehört, wenn ich Liebeskummer hatte und war Feuer und Flamme, als ich dann mit meinem ersten Freund zusammenkam. Wir drei und noch ein paar andere Freund*innen sind zu einer kleinen Clique geworden und haben uns jede Woche Freitag oder Samstag – oder an beiden Tagen – in derselben Bar getroffen. Neben meinem mittlerweile Ex-Freund war sie in dieser Zeit die Bezugsperson schlechthin für mich. Wir standen uns wirklich sehr nahe.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!