Was wir gegen unsere Eifersucht tun können

Paar schaut in entgegengesetzte Richtungen

Es ist dieses unangenehme Ziehen tief in der Magengegend, dieser giftige Gefühlscocktail, der uns allen schon einmal das Leben schwer gemacht hat. Das Gedankenkarussell dreht sich und wir malen uns die übelsten Szenarien aus, wie unsere Liebsten uns hintergehen könnten. Wir sind eifersüchtig.

Eifersucht ist ein Gefühl, das jede*r kennt. Wirklich jede*r. Kinder ab sechs Monaten können eifersüchtig werden und sie werden es ganz besonders ab dem Zeitpunkt, wenn Geschwister geboren werden. Die konkurrieren dann ja schließlich um die Aufmerksamkeit der Eltern. Auch Freundschaften und Liebesbeziehungen bleiben von dieser negativen Emotion nicht verschont. Und das Ganze ist kein rein menschliches Phänomen: Sogar Hunde werden eifersüchtig, wenn Herrchen oder Frauchen sich mit anderen Hunden beschäftigen. Dabei reicht sogar ein Stoffhund aus, um eine empörte Reaktion zu erzeugen.

Was ist Eifersucht genau?

Wikipedia definiert Eifersucht als „Gedanken oder Gefühle von Unsicherheit, Angst und Besorgnis über einen relativen Mangel an Besitz oder Sicherheit.“ In Beziehungen hängt Eifersucht deshalb immer mit Verlustangst zusammen und ist auf eine Weise auch besitzergreifend. Man empfindet Eifersucht, wenn man in einer Beziehung nicht ausreichend Zuneigung und Aufmerksamkeit bekommt und der Meinung ist, eine andere Person würde diese statt einem selbst erhalten. Dabei kann das entweder genau so der Fall sein oder aber schlicht eingebildet. Es ist außerdem unterschiedlich, wie viel Aufmerksamkeit Menschen in Beziehungen benötigen oder wie viel Zuneigung der*die Partner*in anderen zeigen kann, ohne dass Eifersuchtsgefühle aufkommen.

Eifersucht ist kein eigenständiges Gefühl, sondern ein Cocktail aus ganz unterschiedlichen Empfindungen. Dieser ist bei jedem Menschen auch ein wenig unterschiedlich. Die meisten Menschen empfinden mit ihrer Eifersucht jedoch Unsicherheit, Angst, Traurigkeit und Wut. Keine besonders angenehme Kombination.

Warum werden wir eifersüchtig?

Forscher*innen lokalisieren die Gründe unserer Eifersucht am Anfang der Menschheitsgeschichte. Genau wie bei Tieren war es das Ziel des Menschen, die eigenen Gene weiterzugeben und sich fortzupflanzen. Wenn nun die Frau in einer Partnerschaft mit einem anderen Mann schlief, reduzierte das für den Mann die Chancen, seine Gene weiterzugeben. Andersherum war die Frau auf Unterstützung des Mannes angewiesen und wollte verhindern, dass dieser sie mit den Kindern für eine andere im Stich ließ. Obwohl diese Ziele heute nicht mehr zeitgemäß sind, scheint das Gefühl von Eifersucht trotzdem in uns verankert geblieben zu sein.

Andere Ursachen von Eifersucht erklären die Existenz des Gefühls heutzutage besser. Zwei Voraussetzungen sind Nährboden der Eifersucht: einerseits ein niedriges Selbstbewusstsein, andererseits eine zu große Abhängigkeit von der anderen Person. Macht Sinn. Wer an sich selbst zweifelt, muss fürchten, dass jemand „besseres“ den eigenen Platz einnehmen könnte. Und wer zu abhängig vom Partner oder von der Partnerin ist, sieht eine Bedrohung in allem, was außerhalb der gemeinsamen Beziehung passiert.

Immer unterwegs. Momentan wahrscheinlich in den französischen Alpen. Leicht zu begeistern. Ganz besonders für Sport, vegane Leckereien, gute Romane, Yoga und Fremdsprachen.