„Gesunde Eifersucht“: Was soll das sein?

Porträtaufnahme einer schreienden Frau

Der Drogencocktail der Gefühlswelt

Die Eifersucht, die ich bisher erfahren habe, ist jedenfalls alles andere als gesund. Sie ist ein absolut destruktives Gefühl – quasi der Drogencocktail der Gefühlswelt. Wenn ich Eifersucht empfinde, dann werde ich zum wehrlosen Opfer eines Tornados, der aus so vielen Emotionen zugleich besteht: Angst, Einsamkeit, Wut, Traurigkeit. Am präsentesten aber ist das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Zu kurz zu kommen. Dieser Emotions-Tornado ist nicht nur ein subjektiver Eindruck. Tatsächlich ähnelt das, was sich bei Eifersuchtsanfällen im Gehirn abspielt, laut Harald Oberbauer einem Rauschzustand. Die Botenstoffe Dopamin, Serotonin, Adrenalin und Noradrenalin geraten aus dem Gleichgewicht und spielen verrückt.

Mein persönlicher Vergleich von Eifersucht mit einem Drogencocktail rührt aber nicht nur daher, dass sie sich wie ein Rausch anfühlt und mir selbst sowie meiner Beziehung schadet. Es ist mehr als das. Denn Eifersucht zieht auch eine gewisse Sucht nach Bestätigung nach sich. Jedes Mal, wenn ich mich selbst dabei ertappe, wie ich Eifersucht empfinde und mein Gegenüber damit konfrontiere, suche ich insgeheim nach Absicherung. Ich will, dass er mir sagt, dass er mich toller und schöner und interessanter findet als die anderen. Wenn er das tut, wiege ich mich eine Weile lang in Sicherheit und glaube, das Bedürfnis nach dieser Absicherung befriedigt zu haben. Aber das Gefühl hält nie lange an, denn die Sucht nach mehr ist zu stark. Schon nach kurzer Zeit macht sich das Verlangen nach Bestätigung erneut bemerkbar. Und so gerät man in einen Teufelskreis hinein, der seinen Ursprung im Gefühl der Eifersucht hat.

Wie können wir also besser mit der Eifersucht umgehen und dafür sorgen, dass sie uns nicht kaputtmacht?

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!