Rassismus-Attacke bei Fußball-EM 2021

Ein Fußballspieler trainiert mit einem Fußball.

Die Fußball-Europameisterschaft 2021 ist vorbei – Italien gewinnt im dramatischen Elfmeterschießen gegen England. Schon in vorherigen Spielen glänzten die englischen Fans mit tadellosem Fehlverhalten gegenüber den gegnerischen Mannschaften – Buhrufe bei der Nationalhymne, Verwendung eines Laserpointers, Randale und Beleidigungen waren an der Tagesordnung. Jetzt wird es noch schlimmer – die Fans attackieren ihre eigene Mannschaft.

Die Europameisterschaft 2021 war weniger ein Sportevent, sondern vielmehr ein großes politisches Statement. Angefangen mit der Debatte über LGBTQIA+-Rechte in Ungarn und dem Fehlverhalten der UEFA in puntco Regenbogenarmbinde rückt nun ein neues Ereignis in den Vordergrund – rassistische Beleidigungen gegen die Elfmeter-Fehlschützen Jadon Sancho, Marcus Rashford und Bukayo Saka – und zwar aus den eigenen Reihen. Den 19-jährigen FC Arsenal-Spieler Bukayo Saka trifft es am härtesten. Er verschießt den letzten Elfmeter gegen Italien, woraufhin es Beleidigungen und Verwünschungen von aufgebrachten englischen Fußballfans hagelt. Insbesondere in den sozialen Medien geben die Fans ihre rassistischen Meinungen kund: Auf Twitter trendet das N-Wort und der Hashtag #SayYesToRacism.

Bild: Twitter

Die englische Football Association (FA) äußert sich zu dem Rassismus im Netz und erwartet eine angemessene Strafe für die Anhänger*innen der rassistischen Beleidigungen: „Die FA verurteilt alle Formen von Diskriminierung und ist erschüttert über den Rassismus online, der in den sozialen Netzwerken auf einige unserer England-Spieler zielt“, so die Stellungnahme des Verbandes. Darüber hinaus hat die Metropolitan Police verkündet, solche Beleidigungen nicht zu tolerieren und die Ermittlung gegen die Hassnachrichten in den sozialen Medien bereits aufgenommen zu haben.

Ein glanzvoller Abschluss der Europameisterschaft 2021 sieht anders aus: Anstatt uns an ein Turnier zu erinnern, dass von Teamgeist, Fairness und einer spannenden Spielweise geprägt war, denken wir zurück an Diskriminierung, Intoleranz und Sabotage. Am Ende bleibt die Frage, worum es ursprünglich im Fußball geht. Nämlich weder um Ausgrenzung, noch um Beleidigungen – ganz im Gegenteil – Fußball ist geprägt von dem Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Eine Sportart, die zwar eine gesunde Rivalität befürwortet, aber eben auch Menschen zusammenbringt, die aus unterschiedlichen Ländern kommen und verschiedene Sprachen sprechen, jedoch im Kern alle eine Sache teilen – die Liebe zum Fußball. Es bleibt zu hoffen, dass das bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft 2022 mehr beherzigt wird.

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Bildquelle: Thirdman von Pexels; CC0-Lizenz