30 Bücher, die man vor seinem 30. Lebensjahr gelesen haben sollte
16. Herkunft – Saša Stanišić
Der Autor über sein Werk: „Herkunft ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.“ Es ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: Irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.
17. Call me by your name – André Aciman
Die gleichnamige Verfilmung mit Timothée Chalamet wird wohl einigen bekannt sein. Doch auch für diejenigen, die den Film gesehen haben, ist das Buch mehr als empfehlenswert. Aciman schafft es mit seinem Schreibstil die Sehnsucht, Angst, das Verlangen und die Gedanken des 17-jährigen Elios so real zu beschreiben, dass man wie im Film all seine Gefühle aufs Äußerste nachempfindet. Die intime Geschichte zwischen Elio und Oliver, dem Hausgast seines Vaters in der italienischen Sommerresidenz, bewegt und erinnert an die eigene erste große Liebe und den Schmerz, der damit oftmals einhergeht. Ein Buch, das mutig, schön, brutal und mit vollster Intensität von der Sommerliebe zwischen Elio und Oliver erzählt und ganz nebenbei Urlaub in Italien mit sich bringt.
18. Das beherrschte Geschlecht. Warum sie will, was er will – Sandra Konrad
Sexualität ist mehr als nur Sex – es geht um Rollenzuschreibungen, Regeln und Rechte. Sandra Konrad wirft in ihrem Buch einen Blick in die Vergangenheit und inwiefern die weibliche Sexualität jahrelang kontrolliert wurde und sich das immer noch auf die heutige Zeit auswirkt. Sie setzt die Ergebnisse aktueller sexualwissenschaftlicher Forschung in Kontext mit der Vergangenheit und führt sie mit Interview-Aussagen junger Frauen zusammen, sodass ein breit gefächertes Bild der heutigen weiblichen sexuellen Selbstbestimmung aufgezeigt wird. Ein Buch, das dazu anregt, sich mit der eigenen Sexualität zu befassen und eigene Ansichten zu hinterfragen; ein modernes sexuelles Manifest, bei dem man den Marker nicht aus der Hand legen kann – ein absolutes Muss für jeden!
19. Die Physiker – Friedrich Dürrenmatt
Ein Klassiker, der zum Schmunzeln bringt und in seiner Kürze in einem Durchgang gelesen werden kann. Das Buch handelt von Möbius, einem genialen Physiker, der eine gefährliche Verstrickungen von Wissenschaft und Politik verhindern will und daher vortäuscht, geisteskrank zu sein, um in einer psychiatrischen Klinik unterzukommen. Dort lernt er zwei Patienten kennen – der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Isaac Newton. Während Möbius sie zunächst noch bemitleidet, entpuppen sie sich jedoch als Agenten, die ihre Erkrankungen ebenfalls vortäuschen, um an seine Entdeckung der Weltformel zu gelangen. Der Fluchtort von Möbius wird daher zu einer Falle. Eine Geschichte, die unterhält und gleichzeitig die Frage nach der Ethik in der Wissenschaft stellt.
20. Mädchen, Frau etc. – Bernardine Evaristo
In allen feministischen Lesekreisen schon gelesen und ein absolutes Muss: Bernardine Evaristo verwebt in ihrem Buch die Geschichten schwarzer Frauen über ein Jahrhundert zu einem großartigen Panorama und wirft damit zeitlose Fragen über Identität, Feminismus und Rassismus auf. Ein überwältigender Roman, der daran erinnert, was uns alle zusammenhält.