Beziehungslabel: Warum ist es uns so wichtig, „zusammen“ zu sein?

Paar bei Sonnenuntergang auf einem Hausdach

Warum wollen wir überhaupt Beziehungen führen?

In einer Welt, in der alles so vage und ungewiss scheint, sehnen wir uns nach einem Fünkchen Sicherheit. Gerade in den Zwanzigern ist unser Leben geprägt von Veränderungen, und so versprechen wir uns von einer Beziehung ein Stück Stabilität in unserer sich ständig wandelnden Umgebung.

Und vor allem suchen die meisten von uns nach Exklusivität. Das muss nicht zwangsläufig auf sexueller Ebene passieren. Dass es aber in irgendeiner Hinsicht der Fall ist, ist vielen Menschen wichtig. Wir wollen für die Person, für die unser Herz schlägt, mehr sein als nur eine Person, die er*sie gern regelmäßig sieht. Irgendwann reicht es uns meist nicht mehr, “nur” zu lieben und “nur” zu wissen, dass wir ebenso geliebt werden. Man möchte mehr sein als die anderen Leute, die die Person nebenher vielleicht noch trifft. Man verlangt eine imaginäre Unterschrift auf einem imaginären Papier: eine Absicherung, ein Bekenntnis. Eine Bestätigung, dass man am allerwichtigsten ist. Und damit gehen Erwartungen einher.

Ist das Label „Beziehung“ immer eine Einschränkung?

An eine*n feste*n Freund*in werden andere Anforderungen gestellt, als an eine undefinierte Bezugsperson. Man hat sich regelmäßig zu melden und sich nach dem Wohlbefinden der anderen Person zu erkundigen, man hat sich gegenseitig seine Eltern vorzustellen, schmiedet gemeinsam Zukunftspläne und muss auch immer auf die Wünsche der anderen Person achten – völlig unabhängig davon, ob man sich überhaupt danach fühlt. Wahrscheinlich sind auch die offensten Beziehungen mit Einschränkungen verbunden. Gesetzt den Fall, dass man nicht vollkommen rücksichtslos ist, kann man nicht einfach ohne Rücksprache mit dem*der Partner*in in eine andere Stadt ziehen, ein Auslandssemester machen oder spontan die Wohnung kündigen und auf Weltreise gehen.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!