Fütterer is(s)t anders: Als Veganerin im Tropenparadies – ein Erfahrungsbericht

Für viele ein Traum-Urlaubsziel: Die Malediven. Bild: Pexels

Krass finde ich aber auch, dass ich als Veganer*in hier ein ziemlicher Paradiesvogel bin und die gesamte Vegan-Thematik noch nicht wirklich angekommen zu sein scheint. Zwar gibt es natürlich auch vegetarische Optionen wie Salate (mit Joghurt-Dressing), Suppen (mit Sahne), Gemüse-Curry (natürlich auch mit Sahne), Pizza (mit Käse). Vegan sind nur die Beilagen: Reis, Kartoffeln, Gemüse, Nudeln, Brot. Ich persönlich bin mit Reis und Gemüse happy, aber auch über die Aussicht froh, nach zwei Wochen wieder etwas anderes essen zu können.

Der Need für mehr vegane Gerichte oder Optionen scheint ganz klar nicht da zu sein. Das finde ich ziemlich traurig und auch etwas erschreckend. Aber wieder muss ich mich daran erinnern, dass viele mit dem Thema vegane Ernährung noch nicht viele Berührungspunkte haben – und ich einfach in einer krassen Vegan-Bubble zu leben scheine. Und ich möchte ganz klar betonen, dass es ein absolutes Luxusproblem ist, sich über die Essensauswahl zu beschweren. Und trotzdem wäre es so einfach, die vegetarischen Optionen so abzuwandeln, dass sie auch für Veganer*innen geeignet sind: Kokosmilch anstelle von Sahne im Curry, das Oatmeal direkt mit Wasser oder Pflanzenmilch kochen, Essig-Öl-Dressing anstelle von Joghurtsößchen. Easy.

„Not“ macht erfinderisch

Mittlerweile frühstückt nicht nur meine Familie, sondern auch ich hier ziemlich deluxe. Die Kellner beim Frühstück kennen mich mittlerweile. Als mein Vorrat an Porridge-Cups aufgebraucht war, fragte ich morgens beim Buffet nach einer Portion Haferflocken. Drei Tage lang wurde ich aufgrund dieser Bestellung (mal wieder) etwas verwundert beäugt. Mittlerweile allerdings wartet die Schüssel Haferflocken schon auf mich, wenn ich zum Frühstücken komme.

Und dann muss man ein bisschen erfinderisch werden: Die Haferflocken mit heißem Wasser anmischen (mittlerweile guckt niemand mehr seltsam, wenn ich eine Tasse heißes Wasser bestelle und es anschließend in meine Schüssel gieße), mit Ahornsirup und Erdnussbutter von der Waffel-Station vermischen und mit frischem Obst und ein paar Cashews vom Müsli-Stand toppen. Mehr brauche ich sowieso nicht, um satt und glücklich in den Tag zu starten.

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Bildquelle: Asad Photo Maldives von Pexels; CC0-Lizenz

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.